Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 249
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ADOLF HENGELER

SOMMERTAG

genügt, um der Hauptstraße des Marktes etwas
Freundliches, Abwechslungsreiches und Individuelles
zu geben, das man anderswo vergeblich
sucht. Und es ist nicht zum geringsten Teil
Hengelers Verdienst, daß es so geworden ist.

Daß aber die Kunst Hengelers, wenn sie
nur die Gelegenheit dazu findet, auch ins Große
und Monumentale sich zu weiten und zu dehnen
wohl die Fähigkeit besitzt, beweisen die vier
vor kurzem vollendeten Wandgemälde für den
Rathaussaal der alten Bischofsstadt Freising.
Es sind zwei große Längsbilder und zwei
kleinere in stehendem Format. Von den
ersteren schildert das eine den Bau des Freisinger
Domes zur Zeit Korbinians (8. Jahrhundert
), während das zweite die von einem Gewappneten
als Schildträger und einem Mönch
flankierte Ansicht des Dombergs von Süden
zeigt, wie sie sich heute dem Auge bietet. Die
beiden Hochformate zeigen den hl. Korbinian,

den Gründer des Bistums Freising, mit seinem
zahmen Bären, dem Wappentier der Stadt,
und den Kaiser Heinrich IL, der Freising das
Münzrecht verlieh, in vollem Ornat. Zusammengefaßt
sind diese vier Bilder koloristisch
durch die warme, satte Farbigkeit einer
Spätnachmittagsstimmung. Und besonders bemerkenswert
ist der große Zug, der durch
diese Bilder geht, ihr hoher Ernst, der aber
nicht zur Düsterkeit wird, und ihre echt dekorative
, breite Flächenwirkung. Wer die Bedingungen
des Wandbildes so sicher erfaßt,
der ist dafür bestimmt. Und man möchte
daher auch diesem Künstler, wie so manchem
andern, der sich notgedrungen in Alltagskleinarbeit
verzettelt, wünschen, daß ihm öfter die
Möglichkeit geboten wäre, seine Kräfte auf
solche große Aufgaben zu konzentrieren. Es
hätten drei den Vorteil davon : der Künstler,
die Kunst, und das Publikum.

Die Kunst für Alle XXVIII.

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