Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 256
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1868, war auf der Münchener Inter-
ü nationalen 1869 ausgestellt. Wie be-
| kannt, wurde ihm die verdiente Me-
E daille nicht zuteil, weil er noch Schü-
fc 1er der Akademie war. Ich habe die

Sache deshalb noch genau in Erinne-

^ rung, weil mein Vater Mitglied der

S Jury war und erfuhr einmal, daß er

o mit Viktor Müller und Wilhelm Lin-

denschmit zugunsten der Auszeichne
g nung Leibis stimmte.

Außer diesem jetzt mehr denn je
bewunderten Bilde hatte Leibi schon
eine beträchtliche Anzahl außerordentlicher
Porträts gemalt, er war damals
schon ein großer Maler und die oft
gehörte Behauptung, daß er Courbet
verdanke, das zu sein, was er ist,
dürfte damit gründlich widerlegt sein.
Im Jahre 1869 entstanden in Paris die
berühmte „Cocotte", die „Alte Pariserin
" usw. Es ist eine stattliche
Reihe außerordentlicher Werke von
höchster Eigenart, die der nun 25jäh-
rige Meister geschaffen hatte. Nach
seiner (infolge der Kriegserklärung not-
•s wendigen) Rückkehr nach München
ist es begreiflich, daß sein Einfluß auf
die ernsthaft studierenden jungen
Künstler ein bedeutender wurde. Die
im Jahre 1870 gegründete Diez-Schule
kam durch persönliche Beziehungen

fj einzelner Schüler auch in diese Ein-

g flußsphäre. Die im Herbst 1907 von
Heinemann zusammengestellte Ausstellung
der Diez-Schule und ihres
Meisters erbrachte hiefür den Beweis.
Es wurde zwar von mehreren Seiten
die Behauptung aufgestellt, daß die
Ausstellung ein Beweis dafür sei, daß
der Einfluß der Diez-Schule stark auf
das Leibische Schaffen gewirkt habe.
Dem widersprechen aber doch schon
die einfachen Daten. Wie erwähnt,
war Leibi, als die Diez-Schule ins
Leben gerufen wurde, ein großer, in
sich gefestigter Maler, dem talentvolle
Anfänger nicht Führer sein konnten,
so wenig als das Schaffen des Meisters
Diez irgendwelche Fühlung zu
^ dem Leibischen hatte. Diez, ein sel-
u ten hochbegabter Künstler, hatte sei-
•z. nen Weg hauptsächlich als Illustrator
x zurückgelegt, sich in den „Fliegenden"
5 und Zeichnungen zum Dreißigjährigen
§ Krieg Schillers einen klangvollen Namen
geschaffen. Geistreich und reizvoll
malte er seine Szenen aus dem


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