Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 268
(PDF, 174 MB)
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voraus. In Innenräume versetzen uns neben
anderen die Arbeiten von Schnackenberg,
Beppo Steinmetz und K. Horn (Abb. geg.
S. 265, ferner S. 272, 269 u. 277). Schnackenberg
gibt uns auf einem außerordentlich leicht
und luftig behandelten Bild den Eindruck wieder
, den ihm das Auftreten des grotesken,
malerischen „Russischen Balletts" vermittelte,
Steinmetz hält mit virtuosem Pinsel auf einem
fein komponierten Bild eine Herbststunde mit

ihrer wehmütigen Stimmung fest, ohne daß er
dabei ins Sentimentale und Anekdotische verfiel
, Horn hat eine der beliebten Auskleideszenen
, die eine Verbindung von Figurenbild
und Stilleben darstellen, mit viel Glück auf
eine kleine, pikante Tafel gesetzt. Rottmanner,
E. Osswald, Pampel, Marxer und Ehrenberg
(um wieder nur einige zu nennen) führen
uns ins Freie. Rottmanner hat in einer entfernt
an Leo Putz gemahnenden Art ein graziöses
, verliebtes Biedermeierpaar
unter dem Baumschatten eines sonnlich
begrünten Seeufers sich lagern
lassen und ist all den feinen farbigen
und luministischen Möglichkeiten
dieses Themas mit großer Liebe
nachgegangen (Abb. S. 273). Pampel
zeigt das bunte Sommerbild
einer dörflichen Prozession (Abb.
S. 271), eine Arbeit, die nicht des
leise ironischen Einschlags im Motivlichen
entbehrt; E. Oßwald hat
sich an das lustige Gekribbel eines
holländischen Marktes gemacht und
ihn mit all seinen heiteren malerischen
und thematischen Momenten
zum Bild gestaltet; von Marxer
stammt ein leicht französisierendes
Bildchen mit bunten Menschen und
bunten Zelten (Abb. S. 278); von
Ehrenberg ein Tierstück von sehr
luftiger, heiterer Wirkung (Abb.
S. 270).

Als Bildhauer des Kreises treten
besonders August Heer mit polychromen
Büsten von erschreckendem
Naturalismus und die liebenswürdige
Tierplastikerin Wera von
Bartels hervor, während in der
gut beschickten graphischen Abteilung
, namentlich die Rötelzeichnung
Petuels, ganz meisterhaft hingestrichene
weibliche Akte (Abb.
S. 276), sehenswert erscheinen.

JULIUS EXTER

BILDNIS EINES GEISTLICHEN

Ausstellung der Luitpoldgruppe

GEDANKEN ÜBER KUNST

„Der Maler, der immer dasselbe Bild
malt, gefällt dem Publikum darum, weil
es ihn leicht erkennt und sich deshalb
für einen Kenner hält."

*

„Die Bestellung eines Bildes ist fast
schon eine Vergiftung für den Künstler
, weil sie seiner Initiative Eintrag tut."
*

„Man weint beim Lesen eines Buches
oder wenn man ein Musikstück anhört;
man weint niemals vor einem Bilde, vor

einer Skulptur." Alfred Stevens

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