Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 270
(PDF, 174 MB)
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PAUL EHREN

Ich erwähnte bereits, daß die Literatur sich
schon frühe im 18. Jahrhundert die Vorwürfe
aus der deutschen Sage entlehnt hat. Goethes
Götz von Berlichingen machte nun für die
Ritterromane die Bahn frei, und das historische
Drama bemächtigte sich ständig mehr der großen
Taten unserer Vorfahren. Im Jahre 17H7
hatte bereits Peter Sturz Karl den Großen,
Otto III., Heinrich IV., Konradin als Stoffe
empfohlen, während Herder nur für sich selbst
niederschrieb, man solle neben der deutschen
Kaiserhistorie auch die einzelnen Landesgeschichten
für das Drama benutzen. Die Geschichte
sei der „große Zufluchtsort des tragischen
Genre". Bald trugen derartige Anschauungen
reiche Früchte, so daß bereits 1783
Westenrieder aus München schreiben konnte,
die Stücke vaterländisch-historischen Inhalts
scheinen bei uns beinahe Mode zu werden.
Das Mittelalter war der modernen Zeit wieder-

*) Fortsetzung von S. 202

ELBSTBILDNIS

gewonnen. Ob der Dichter des „Wilhelm Teil"
aus ihm das stolze Wort genommen, das er
nach dem Friedensschlüsse von Amiens geschrieben
, „Die Sprache ist der Spiegel einer
Nation, wenn wir in diesen Spiegel schauen,
so kommt uns ein großes, treffliches Bild von
uns selbst daraus entgegen. Unsere Sprache
wird die Welt beherrschen." —

Auf das Wiedererstehen des deutschen
Märchens sei auch nur hingedeutet. Tiecks
Wort: „Mondbeglänzte Zaubernacht, die den
Sinn gefangen hält, Wundervolle Märchenwelt,
Steig auf in der alten Pracht", findet erst spät
die begnadeten Maler. Unausgesetzt wuchs
aber in der Seele der alten Germania dies
vaterländisch-deutsche Gefühl. Für das Volkslied
waren Görres, Achim v. Arnim durch
das reiche Geschenk der Liedersammlung „Des
Knaben Wunderhorn" (1806/8) tätig, und 1812
gab Wilhelm Grimm dem deutschen Volke
seine alten Märchen zurück. Die Aufnahme

G SONNIGER TAG HENRIK MOOR S

Ausstellung der Luitpoldgrappe

KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN
DER DEUTSCHEN MALEREI

VON ETWA 1780 BIS ETWA 1840 (ODER VON CARSTENS BIS MENZEL)

Von Berthold Haendcke
IV*)

270


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