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WALTER SCHNACKENBERG RÜCKENAKT
Ausstellung der Luitpoldgruppe
seiner „Kinder und Hausmärchen" beweisen,
wie nichts anderes, die tiefe Freude in Deutschlands
Gauen an dem neugewonnenen deutschen
Sinn, der die fremden Schwarmgeister immer
energischer vertreiben sollte.
Nach schwerem Sturz gewann das deutsche
Volk sich selbst. Das Deutsche Reich hatte
aufgehört zu bestehen, die deutsche Nation
war erstanden! Achim von Arnim sang (1809):
„Grüner Wald im deutschen Lande, Könnte
ich dich wiedersehen, Wiederfühlen dein kühles
Wehen ohne Schande, Deutsches Blut zerreiß
die Bande, Deutsche Berge stehen feste, Und
der Adler entsteigt dem Neste, Ohne Schande."
Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von
Homburg" (1809) bereitete den Kündern der
„geschichtlichen" Taten der Gegenwart, des
Siegens und Sterbens der Befreiungskriege die
Bahn. Damit begrüßen wir die vom Herzblute
seiner lebenden Stunde erfüllten Gesänge eines
Körners mit „Lützows wilde verwegene Jagd".
Noch breiter, machtvoller als die Darstellung
der profanen Geschichte entfaltete sich die
Schilderung der Bibel, der religiösen Legende.
Schon bei der Besprechung der Beziehungen
zur landschaftlichen Natur wies ich auf die so
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