Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 276
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ausüben könne, der Katholik sei, weil einzig er
die Vorbilder aus den altdeutschen und altitalienischen
Schulen im Herzen verstehen und
begreifen könne.

Das Mittelalter sprach also jetzt ein immermehr
die Antike zurückweisendes, bestimmendes
Wort; zum Teil nach dem Gesetz der Formermüdung
. Es rief nicht nur die Maler, sondern
auch die Architekten in seinen Bann.
Selbst ein so begeisterter Verehrer der Antike
wie Schinkel hat sich in Entwürfen gotischer
Bauten versucht.

Einen äußeren Anlaß dafür, daß die deutschen
Malereien des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts
für die jüngeren Künstler vorbildlich
wurden, lag zu einem Teil in der Aufhebung
der Klöster, die namentlich überall dort erfolgten
, wo Josephs II. Ideen Anklang gefunden
hatten. Einen Hauptgrund haben wir aber
darin zu erkennen, daß die, wie wir gesehen
haben, auf allen Gebieten des geistigen Lebens
stark gefühlsmäßige „revolutionäre" Tendenz
auch die bildenden Künstler, allen vorweg die
Maler, ergriffen hatte. Man sollte und wollte
auch hier neue Bahnen einschlagen. Carstens
hat uns dies schon gelehrt. J. A. Kochs Spottreden
, Schillers „Räuber" wurden der Jugend
Leiter im Kampfe gegen die altehrwürdigen
Regeln der Akademien.

Die antikisierenden Neigungen mußten als
nicht aus dem innersten Sehnen des deutschen
Volkes geboren, abebben, die vaterländischen,
zunächst die deutsch-mittelalterlichen immer
machtvoller und bezwingender ihre breiten,

RUDOLF PETUEL AKTE (RÖTELZEICHNUNG)

Ausstellung der Luitpoldgruppe

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