http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0358
FRANZ BARWIG
rativen Wirkungen sicher handhabt. Fest fußt
er auf der Treue zum Material, das nun ein
fügsames Mittel in seiner Hand ist; durch gehorsames
Dienen ist Barwig zum Herrschen
gelangt.
Es ist leicht zu begreifen, daß ein so gearteter
Künstler ein guter Lehrer sein muß;
er führt die jungen Leute den Weg, den er
selber gegangen ist, macht sie mit dem Handwerk
und dem Material, in dem sie arbeiten
sollen, vertraut, ehe sie zu einem freien Schalten
mit den Formen gelangen. Diese Freiheit und
Selbstherrlichkeit soll ja nicht der Anfang,
sondern der Höhepunkt der künstlerischen
Laufbahn sein; der Höhepunkt, den nicht alle
erreichen können, dem aber alle von der gemeinsamen
Basis handwerklicher Redlichkeit
und Tüchtigkeit aus entgegenstreben sollen.
RUDOLF VON HABSBURG (HOLZ)
So fügt sich Barwigs Lehrtätigkeit von ^selbst
dem allgemeinen Programm der Wiener Kunstgewerbeschule
ein, an der er wirkt; dem Programm
, nicht Künstler zu erziehen, die zu
Handwerkern werden, sondern Handwerker,
die sich den Weg zur Künstlerschaft bahnen.
Franz Barwig, Schnitzer und Bildner, einst
Schüler, jetzt Lehrer dieser Schule, kann eine
Verkörperung ihres Programms genannt werden.
Ich bin froh, daß ich mich beschränkt habe. Ein
jeder muß begreifen, was er vor allem kann, und
nur das machen, und dann nicht rechts und nicht
links. Ich z. B. will kein Historienmaler sein. Auch
kann ich keine präzisen Umrisse machen. Ich ziehe
mich also vollwissentlich auf rein malerische Wirkungen
zurück, auf vage Vorstellungen aus dem Kreis
dessen, was mich beschäftigt. Arnold Böcklin
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