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lung aufgehend, aber immer von überraschender
Geschicklichkeit und von nervenerregender Spannung
. Er wirkt wie ein Paganini, der auf einer
Saite phantasiert oder wie ein schwächliches Medium
, aus dem übermächtige Dämonen, von denen
es besessen ist, sprechen; niemals rein erfreulich,
aber ebenso niemals gleichgültig. Walter Fraen-
kel hat eine Verkündigung ausgestellt, durchziseliert
und voll zartesten Empfindens, aber ein
wenig von äußerlichem Archaisieren getragen,
während Peter Breithuts „Heiliger Antonius"
eine wuchtige, auch geistig voll beherrschte Flächendekoration
ist. Sonst sind von bereits bekannten
Künstlern folgende zu nennen: Lili
Schüller, mit derb energischen Porträts, Rudolf
Hirschenhauser, Friedrich von Radler
, Leopold Gottlieb mit seinen bekannten
grotesk karikierten Bildnissen, Robin C. Andersen
. Von denen, die mir neu waren, seien hervorgehoben
: Anna Scherb-Brabbee, die einen
lustigen Stadtplatz zeigt, Wilhelm Thöny, ein
gutes Produkt Münchener Atelierkultur, Heinrich
Gollob, motivisch und stilistisch in Zu-
loagas Spuren wandelnd, Helene Stein, noch
ziemlich von Cezanne abhängig, aber von vielversprechender
und geschmackvoller Einfachheit
in der Farbe, endlich die Landschafter Robert
Eckert, Grete Wolf, Anton Velim, Stanislaus
Galek, Margarete Horschitz, Sophie
Korner und namentlich Joseph Kellner, dem
Erde und Himmel reich und voll drängenden
Lebens sind.
h. t.
PERSONAL-NACHRICHTEN
OERLIN. Die akademische Hochschule für die
bildenden Künste in Charlottenburg gibt folgende
Preisverteilung bekannt: Ein Stipendium von
1200 Mark dem Maler Willy Schümann aus Par-
chim, und 1100 Mark dem Maler und Kupferstecher
Leo Schnell aus Venedig. Das Stipendium von
2100 Mark aus der Adolf Ginsberg-Stiftung hat die
Hochschule dem Maler Erich Müller aus Berlin
verliehen.
W/EIMAR. Der Münchener Maler und Graphiker
w Walther Klemm ist unter Ernennung zum
Professor als ordentlicher Lehrer für Graphische
Kunst an die Großherzogliche Hochschule für
bildende Kunst in Weimar berufen worden. Der
Künstler, von dem wir des öfteren Werke reproduziert
haben, ist unseren Lesern kein Unbekannter.
/^ESTORBEN : In Berlin am 3. Februar im Altervon
46 Jahren der Kunstmaler Hermann Fenner-
Behmer, der seine Ausbildung in der Hauptsache
in Paris gefunden hat und dessen Werke auch bis
in die letzten Jahre einen starken pariserischen Einschlag
sowohl in Technik wie in gegenständlicher
Hinsicht aufwiesen. — In München am 4. Februar,
54 Jahre alt, die Kunstmalerin Julie Würthle,
hauptsächlich als Blumenmalerin bekannt. — In
Dresden am 26. Januar, 50 Jahre alt, die Blumenmalerin
Anna Karoline Seifert. — In Somerset,
England, 72 Jahre alt, der langjährige Präsident der
Royal Scottish Academy und bedeutende Porträtmaler
Sir George Reid.
franz barwig
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mähnenschaf (bronze)
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