http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0400
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j VON ANTIKER MALEREI
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PERSEUS BEFREIT ANDROMEDA
Gefühl für Schönheit, für freiere Beweglichkeit
und Entwicklung der Linie spricht aus
der delikat gezeichneten Gestalt der Europa
(Abb. S. 318), ein Bild, das seinem Charakter
nach durchaus dem vorher genannten parallel
geht. Es ist selbstverständlich, daß auch das
Landschaftsbild an dieser Stilwandlung teilnimmt
. Wie das Raumgefühl, die Motivgestaltungen
so ganz andere geworden sind, das entnehme
man aus dem Vergleich des Unterweltsbildes
vom Esquilin mit dem pompejanischen
mit Paris auf dem Ida (Abb. S. 319). Auch hier
der Zug ins Kleine, aber Vielgestaltige und reich
Belebte wie bei den Figurenbildern. Ein Zug von
Strenge und Herbheit geht durch diesen Stil. Er
scheut den Reichtum und Glanz der Farbe und behilft
sich mit einer fast monotonen, dunklen Palette
, er meidet die Fülle und Kraft des Lichtes,
das seine strengen Linien ja auflösen müßte
und legt über seine Bilder die ausgeglichene,
ausdruckslose Helligkeit des „Atelierlichtes".
NEAPEL
Das geht, so lange es geht: dann kommt
die Reaktion. Gegen diese zeichnerische erhebt
sich eine wieder ausgesprochen malerische
Richtung, die in der Schürfung und Bindung
malerischer Werte noch über das hinausgeht,
was in den Bildern der ersten Gruppe schon
erreicht war. Der thronende Dionysos (Abb. geg.
S. 313) und die schwebende Bacchantengruppe
(Abb. S. 320) gehören hierher. Es sind die
letzten Jahrzehnte Pompejis, die durch diese
Stilrichtung vertreten werden, ihr gehört die
weitaus größte Menge der erhaltenen Malereien
an, und in den Reichtum und die Vielgestaltigkeit
der Entwicklung erhalten wir jetzt erst
einen klaren Einblick. Jetzt auch tritt vor
allem die große Zahl fertiger Bilder, figürlicher
Kompositionen auf, die von dem Geschick
in der Ausfüllung der gegebenen Bildfläche
— das Bild mit der Befreiung der
Andromeda (Abb. S. 322) ist dafür ein anschauliches
Beispiel — wie von dem Ver-
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