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! VON ANTIKER MALEREI f
mögen tiefgreifender Beseelung der geschilderten
Vorgänge Zeugnis ablegen. Die auf
dieses Ziel gerichteten Absichten haben wohl
ihre glänzendste Erfüllung gefunden in dem
Gemälde mit Medea vor dem Kindermord
(Abb. S. 327). Die jetzt erhaltene Einzelgestalt
der Medea ist nur Fragment einer ursprünglich
größeren Komposition, welche noch die
zu den Füßen der Mutter spielenden Kinder
enthielt, denen der Mord von der Hand der
Mutter droht. Ihn zu vollführen hält Medea
das Schwert in den Händen bereit, aber ehe
sie den Streich führt, ist sie in tiefes Sinnen
über das Gräßliche ihres Vorhabens versunken.
Ein wühlendes Leiden brennt in den weit geöffneten
, auf die Kinder niederblickenden Augen,
zwischen den geöffneten Lippen scheint der
heiße, fliehende Atem hervorzubrechen, und
krampfhaft pressen sich um den Schwertgriff
die Daumen aneinander unter der Aufwallung
einer Mitleidsregung und des Muttergefühls,
denen gespannte Willensenergie den Weg sperrt.
Der Besuch der Hera bei Zeus auf dem Ida
(Abb. S.323), der einer Ueberlistung des Göttervaters
gilt, gibt weniger starken, aber wie bei
Medea innerlich gebändigten Empfindungen
Raum, die in dem zaghaften, fast scheuen Auftreten
der sonst so sicheren und selbstbewußten
Himmelskönigin anklingen. Auf dem Gegenpol
steht der Tod des Pentheus (Abb. S. 330)
mit dem fessellosen Ausströmen rasender Leidenschaft
und, weit abgerückt davon, aber
dennoch auf derselben Linie, Theseus von den
befreiten Kindern umringt (Abb. S. 334), deren
überquellendes Dankgefühl sich in heißen und
stürmischen Liebkosungen des Retters Luft
macht. Dieses Bild ist zugleich ein Beispiel
für den monumentalen Figurenstil, der diese
letzte Periode pompejanischer Malerei wieder,
wie die erste, beherrscht.
DIE DREI CHARITEN NEAPEL
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