Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 335
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0415
1(1X9 (1X9 (!LX9(i>XiD(lX£)Q^^

ZWANZIG JAHRE MÜNCHNER SECESSION

platz an innerer Konsolidierung außerordentlich
gewonnen hat, seitdem die Zusammenschließung
der secessionistischen Kerntruppen
durch Abstoßung der gleichgültigen Mitläufer,
die häufig genug nur ein wirtschaftliches
Interesse lockte, vollzogen ist, konnte sich
auch das Ausstellungswesen der „Secession"
viel systematischer und zugleich mannigfaltiger
entwickeln. Hatten wir im ersten Jahre (1893)
eine Secessionsausstellung, so sind 1894 bereits
ihrer zwei geworden, deren jede einen besonderen
Charakter und eine besondere Bedeutung
hat. Die Sommerausstellung ist international
und zeigt — jedesmal prachtvoll gehängt
- die besten im Laufe eines Jahres
entstandenen Werke der „Sterne" der „Secession
". Die Frühjahrsausstellungen dagegen
gehören in der Hauptsache der Jugend, dem
Nachwuchs, und so geht es denn hier zuweilen
recht turbulent zu. In den letzten
Jahren hat man diese Ausstellungen in Bezug
auf die Quantität außerordentlich vermehrt,
wobei freilich die bei der „Secession" vorbildliche
Vornehmheit des Hängens preisgegeben
werden mußte. Auch hat man diesen
Ausstellungen damit eine Besonderheit eingefügt
, daß sie viel Graphik, namentlich auch
von gestandenen Künstlern bringen. So
sahen wir einmal das ganze Oeuvre des
Wieners Ferdinand Schmutzer, ein andermal
das graphische Werk Brangwyns, bewunderten
Habermanns eleganten Strich und
den unerschöpflichen Schatz an Phantasie des
grotesken Julius Diez. Am schönsten freilich

sind die Winterausstellungen, die zumeist monographischen
Charakter haben, und sich nun
auch in einer Reihe von Jahren folgen. In
geschlossenen Kollektionen begegnete uns da
das Werk manches unserer Bedeutendsten.
Uhde, Habermann, Albert von Keller, Haider,
Zügel, Leo Samberger, Becker-Gundahl, Hod-
ler, Weishaupt, Pietzsch, C. A. Bermann, Josef
Floßmann, Philipp Klein, Weinholdt, Charles
Tooby — von ihnen allen sahen wir das Werk
ihres Lebens in der denkbar größten Vollständigkeit
. Aber auch ein Ausländer wie
Ignacio Zuloaga ward zu einer solchen Kollektivausstellung
zur Winterszeit eingeladen und
einmal hatte man die gesamte Wiener Secession
zu Gaste. Den unvergeßlichsten Eindruck
indessen dankt man der interessantesten
dieser Winterausstellungen, jener, die uns in
stolzer Vollzähligkeit das Werk des Hans von
Marees vorführte und die außerordentlich stark
für den interessanten und verkannten Meister
warb. Damit aber ist die Liste der Ausstellungen
in der „Secession" durchaus noch
nicht erschöpft. Es gab dort sogar einmal
eine Lenbach-Kollektivausstellung zu sehen
(freilich war das in einem sogenannten „internationalen
Jahr", in dem die „Secession" verabredungsgemäß
drüben im „Glaspalast" mit der
Genossenschaft, den sonstigen Münchner Gruppen
und den ausländischen Künstlern gemeinsam
ausstellt), dann eine kunstgewerbliche
Renaissance-Ausstellung, einen Ueberblick über
das Schaffen des Frans Hals (in Reproduktionen),
Veranstaltungen des „Museumsvereins" (Ver-

KANINCHEN

NEAPEL

H(5X367rTd(o?rrö(DX^(5>36T^

335


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0415