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EDWARD CUCUEL
SEKT
Frnhjahrausstellung der Münchner Secession
DIE FRÜHJAHRAUSSTELLUNG DER MÜNCHNER SECESSION
Von Georg Jacob Wolf
Die diesjährige Frühlingsausstellung entbehrt und Frühling strömt damit von dieser Veran-
nirbt des frischen Znpes und des Ueber- staltung aus.
Selbstverständlich fehlen auch die gestandenen
Kräfte der „Secession" nicht. Aber ihre
Gegenwart bestimmt nicht den Eindruck, und
mancher von ihnen wagt in dieser Umgebung
sogar eine überraschende Kühnheit. So W. L.
Lehmann, der Maler der schweizerischen
Schneelandschaft, der auf einem Davoser Bild
„Wintersonne" einen Himmel voll feurigen
Regens zeigt: in roten Flammenflocken wirbelt
das Licht durch das transparente Blau hindurch,
und wäre der Himmel lockerer, dünner gemalt,
so möchte man wohl gar an die Neo-Impressio-
g\ mit ist die rrunjanrausstenung dem ziel und nisten denken. Noch ein anderer, an dieser
g Sinn ihrer ersten Veranstalter wieder in viel Stelle schon oft erschienener Landschafter,
Otto Bauriedl, hat eine energische Frontänderung
vorgenommen. Er hat sich von seiner
miniaturhaft ins Detail gehenden Aquarelltech- ^
kie diesjährige Frühlingsausstellung entbehrt
nicht des frischen Zuges und des Ueber-
raschenden. In ihrer Gesamtphysiognomie
schließt sie sich viel eher an Frühjahrausstellungen
der Jahre 1902 und 1903 als an
solche der Jahre 1911 und 1912 an. Es
sind diesmal viele neue und darunter viele
junge Leute da. Es grüßen einen nicht von
jeder in Erbpacht genommenen Wand bekannte
Handschriften, sondern man muß sich häufig
über die Autoren beim Katalog Rat holen
und stößt dann auf ganz fremde Namen, die
zum Teil jungen Künstlern gehören, die noch
an der Akademie den Pinsel schwingen. Damit
ist die Frühjahrausstellung dem Ziel und
Sinn ihrer ersten Veranstalter wieder in viel
höherem Grade entgegengeführt, als dies in
dem letzten Jahrfünft gemeinhin der Fall war.
Und das ist gut. Denn ein Hauch von Frische
Die Kunst für Alle XXVIII. 15. 1. Mai 1913
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