http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0422
Interieurs, die uns soignierte Innenräume
nik und von seiner später versuchten etwas
zähflüssigen Oelmalerei losgesagt und malt nun
in matten, sehr distinguierten Farben und mit
einer an die Japaner erinnernden Delikatesse
der Zeichnung feinkomponierte Isartalbilder
aus der Umgebung des nahen Harlaching. In
ihrer bewährten Art sind die stark farbigen, von
innen heraus leuchtenden Schneebilder Hans
Beat Wielands gemalt, neben dem, soweit
das Landschaftliche in Frage kommt, eine verwandte
Begabung in dem bisher wenig genannten
Eduard Lammert recht verheißungsvoll
in die Erscheinung tritt. Pietzsch (Abb. S. 343)
arbeitet droben im Isartal rüstig weiter; besieht
man ein Bild wie seine blütenübersäten Landstraßen
-Bäume, so darf man an eine Auflockerung
und Aufhellung seiner immer etwas massiven
und düsteren Palette glauben. Thomanns
malerische Grotesken, die den Graphiker nicht
verleugnen können, Nissls pikant gemaltes
Aktchen mit der feucht schimmernden Haut
aus den Zeiten geschmackvoller Wohnkunst ß
zeigen, Toobys großes dunkles Jagdstilieben, £
ein feines, im Lichtproblem ausgezeichnet gelöstes
Sonnenscheinbild (junges Mädchen mit
Schirm) von Richard Winternitz (Abb. S. 338),
die Landschaften von M. Caspar-Filser,
H. v. Hayek, der auch mit einem amüsanten
figürlichen Bild vertreten ist, und Felix
Bürgers (Abb. S. 346) stellen bekannte
Werte dar, die, unter die Arbeiten der neuen
Leute geschickt verteilt, dort, wo etwa Schwächeres
oder Problematisches sich bemerkbar
macht, mit der akkreditierten Wucht ihrer Qualität
nachhelfen.
Nun ist es mir natürlich unmöglich, die
neuen Erscheinungen dieser Ausstellung allesamt
Revue passieren zu lassen. Wie der
Katalog an sechshundert Werke namhaft macht,
deren Aufstellung nur durch Einbeziehung des
Obergeschosses bezwungen werden konnte, so
(Abb. S. 339), Wolffs und Essers kulturvolle ist auch die Zahl der Aussteller selbst eine
FRANZ EICHHORST
Frühjahrausstellang der Münchner Secession
VESPER IM KORN
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