Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 342
(PDF, 174 MB)
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stattliche, ins zweite Hundert gehende. Ich
greife daher auf gut Glück einige Erscheinungen
heraus, die mir besonders bezeichnend
oder versprechend vorkommen.
Manche von diesen sind übrigens gar nicht
mehr „neue Leute" im Verstände der Kunstgenossen
, sondern in ihren Kreisen schon geraume
Zeit bekannt und anerkannt, wenn
ihnen auch die größere Oeffentlichkeit bisher
ihr Interesse nicht in wünschenswerter Weise
zuwandte. Zu diesen gehört Gallhof, der
mir gegen früher, wo er sich oft in einem
Furioso des malerischen Tempos gefiel, ernster
und gesetzter geworden zu sein scheint (Abb.
S. 342), weiterhin Richard Bloos, dessen französische
Farbigkeit zusehends kultivierter wird
und von den Plakatwirkungen abrückt, namentlich
aber Johann Schult, der seinerzeit als
Schüler Janks jene schummerigen, auf blaue
Stimmungen gemalten, seltsam ergreifenden
Freilichtbilder schuf. Was über ihn gekommen
sein mag, ist mir ganz rätselhaft. War

früher bei seinen Bildern alles weich ineinander
verrieben, ein duftiges Sfumato, das indessen
der Farbigkeit keinen Eintrag tat, so ist
seine Malerei jetzt von schneidender Härte in
der Kontur, streng zeichnerisch, fast akademisch
korrekt. Auch sein Kolorit ist härter geworden
: fast möchte es scheinen, als habe er
Ingres kennen und außerordentlich lieben gelernt
. Vielleicht aber ist dies nur eine Ueber-
gangserscheinung, der sich Schult um so weniger
entziehen zu dürfen glaubte, als ja das „Schummern
" in jungen Jahren, wie er sich wohl sagen
mochte, nicht ganz ohne Gefahr ist . . .

Franz Reinhardt, dessen derb-kraftvolle
„Kreuzaufrichtung" (Abb. S. 344) ein Stück tüchtiger
Malerei ist, hat auch für die motivliche
Ausdeutung dieses oft gemalten Themas neue
Züge gefunden, und seine starke Farbigkeit
spricht, ohne vorlaut zu sein, entscheidend
mit. Ein frohes helles Farbenspiel von erstaunlicher
Leichtigkeit der Darstellung und
Ungezwungenheit der Komposition ist das

WILHELM GALLHOF

Frühjahraus~4ellung der Münchner Secession

DIE KORALLEN KETTE

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