Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 344
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0426
(Abb. S. 345). Cucuels Dame beim Sekt hat
gegenüber dieser Malerei den Vorzug, daß
das Bild leichter, man möchte in Anlehnung
an das Thema sagen: prickelnder gemalt ist
(Abb. S. 337). Auch gab es hier in der Stoffbehandlung
nicht alltägliche koloristische Probleme
zu lösen. Eine starke Begabung scheint
in Max Beringer zu erstehen, dessen Bild
„Schwäbische Bauern" (Abb. geg. S. 337) ich
in dem Grade seiner Judith vorziehe, als
ich diesem Gemälde vor der Behandlung des
nämlichen Gegenstands durch Karl Schwalbach
den Vorzug gebe. Schwalbach wird nachgerade
allzu exzentrisch. Hat er sich bisher
einen „Stil" zurechtgemacht, der sich bei
Weisgerber die Farbe und bei Th. Th. Heine
die Linie auslieh, so geht er jetzt ins Bizarre
und Sinnlose, das auch nicht den Reiz des
kühnen Ursprünglichen, sondern das Stigma
des mühsam Erklügelten an sich hat. Er grenzt

also bedenklich an jene Künstlergemeinde, die
meines Erachtens mit Recht von der Jury der
„Secession" den Ausstellungen ferngehalten
wird. Wünscht man der „Secession" auch
möglichste Beweglichkeit, um jede Stagnation
hintanzuhalten, so ist sie uns doch viel zu
gut und sollte sie sich selbst zu ernsthaft sein, um
jenen Exaltationen, denen sich manche Kunstsalons
so unverständlich bereitwillig öffnen,
Eingang zu gewähren. Erfreulicherweise sind
denn auch Kubismus und ähnliche Kunstsnobismen
bisher aus der „Secession" verbannt
geblieben und werden es hoffentlich
auch fürderhin bleiben. Daß man trotzdem des
Guten und Jungen genug finden kann, das
beweist gerade diese Frühjahrausstellung. Bis
in die oberen Stockwerke kann man der
Jugend nachsteigen. Und immer wieder gibt
es etwas Anständiges zu sehen: Da Karl
Reisers immer monumentaler werdende Land-

FRANZ REINHARDT

KREUZAUFRICHTUNG

Frühjahrausstellung der Münchner Secession

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