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Die Erfahrungen mit den Impressionisten also
haben in erster Linie jene obenerwähnte Lage
der modernen bildenden Kunst geschaffen.
Und wenn diese neben einer ganzen Reihe
von Schwächlingen, bei denen es gleichgültig
erscheint, ob sie auf diese oder jene Weise
künstlerisch zugrunde gehen, auch einigen
ernster zu nehmenden Leuten zur Gefahr geworden
ist, so ist dies besonders auch mit
Picasso der Fall, einer der zweifellos stärksten
Veranlagungen der nachimpressionistischen
Malerei.
Ueber seine neueste „Entwicklung" habe
ich erst kürzlich hier in anderem Zusammenhang
zu reden Gelegenheit gehabt*), heute
möchte ich nur, im Anschluß an eine Gesamtdarbietung
seiner bisherigen Werke, die
H. Thannhauser unlängst in der Modernen
Galerie in München veranstaltet hat, dem
„frühen" Picasso ein paar Worte widmen.
*) S. den Aufsatz „Bewegungen in der neueren Malerei und
ihre Aussichten", Aprilheft 1913.
Picasso hat ganz normal begonnen, d. h. er hat
sich zuerst als Eindrucksmaler, wie jeder tüchtige
Impressionist um die Wende des Jahrhunderts
, um die Wiedergabe ganz konkreter Natureindrücke
bemüht und gleich allen strebsamen
Anfängern schlecht und recht mit Stoff und Material
herumgeschlagen. Was er als schönste
Gabe von Natur aus mitbrachte, ist eine außergewöhnlich
starke und zarte Empfindungsfähigkeit
, die sich dadurch als typisch modern erweist
, als sie nicht jenes neurotischen Zuges
entbehrt, der heute bei vielen feiner Organisierten
sich bemerkbar macht und in seiner Vorherrschaft
vor anderem Beleg dafür ist, daß wir unser
neues Drängen und Wollen immer noch nicht
völlig in ein organisches Wachstum überzuführen
verstanden haben. Diese nervöse Ueber-
sensibilität ist Picassos Stärke, bis zum heutigen
Tag, sie ist meinem Dafürhalten nach
aber zugleich auch sein Verhängnis geworden.
Denn sie war es, die ihn schon in den Frühwerken
, so faszinierend diese in ihrer Aus-
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P. PICASSO
LE MENAGE PAUVRE (1905)
Besitzer: Der Neue Kunstsalon, München
380
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