Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 396
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0482
^ aber kann man schlechthin als Beweis für die
eingangs angeführte These unserer jungen, zukunftsfrohen
Kunst gelten lassen, die die Aufgabe
haben soll, vom Blute unserer Zeit zu
trinken, ohne der Alltäglichkeit zu verfallen,
die das an Kraft und Energie in sich aufsaugen
wird, was unserem Streben auf jedem Gebiete
höchster Lebensäußerung Monumentalität verleiht
, die darum modern genannt werden darf,
weil sie durch die Wirklichkeit hindurch geht
und jenen Klängen lauscht, die aus der Tiefe
unseres Erlebens zur Oberfläche des Tages
steigen und weil sie diesen einen höheren
gleichgestimmten Ausdruck formt.

Auf der nächstjährigen Ausstellung der Darmstädter
Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe
wird Bernhard Hoetger zu zeigen haben, ob
die ihm hier gestellten Auspizien ihre Erfüllung
finden oder nicht. Er ist berufen, eine
Aufgabe im Geiste der großartigen Bestrebungen
des Großherzogs von Hessen zu lösen,
wie sie noch keinem Bildhauer unserer Tage
zuteil ward. Der Platanenhain soll ein Denkmal
Hoetgerscher Kunst werden; ihn wird der
Meister bildnerisch ausgestalten im Sinne jener
edelsten Aufgaben, die eigentlich nur das Griechentum
seinen erwählten Meistern ähnlich vorbehalten
konnte. An zwanzig Gruppen und
Statuen werden diesen Hain beleben, eine jede
ein "Werk Hoetgers und das Ganze ein Zeugnis
für seine, auf höchste Harmonisierung
hinstrebenden seelischen Kräfte. Wird dieser
Platanenhain das, was die Verehrer des
Meisters von ihm erhoffen, so schafft sich
Darmstadt ein neues Denkmal seines jungen
voranstürmenden künstlerischen Wollens, mehr
noch einen Ausdruck dessen, was alle Sehnsucht
unserer Tage in ein großes Gefäß
zusammenfaßt und der Nachwelt überliefern
soll.

BERNHARD HOETGER

TANZ (RELIEF)

i
1

396


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0482