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I
HUBERT LANZINGER
Frühjahrausstellung der Wiener Secession
PI ETA
zügig und eindrucksvoll. Ein tüchtiger Porträtmaler
unter den Secessionisten ist Victor Hammer
(Abb. S. 418). Er bleibt bei seiner Arbeit
voll sachlichem Ernst. Die Persönlichkeit aus
dem Modell herauszuholen, ist ihm die wichtigste
Aufgabe, und ein wohltuendes Streben
nach Wahrheit und Vertiefung zeichnet seine
Arbeiten aus, bei denen uns nur manchmal eine
etwas zu nüchterne Trockenheit auffällt. Ein
ungemein liebenswürdiger Künstler ist Stoitz-
ner sowohl in seinen Landschaften wie in seinen
Stilleben und Interieurs (Abb. S.410 u. S. 416).
Das Herausfühlen des Künstlerischen im Objekte
ist seine Stärke und das eingehende Detaillieren
bei Vermeidung alles Kleinlichen zeigt,
mit welcher Innigkeit er sich mit seinem Gegenstande
vertraut zu machen sucht. Mehr auf
den Effekt ausgehend als Hammer zeigt sich
Krämer in seinen Porträten (Abb. S. 419), er ist
stets sehr farbig und strebt nach lebendiger Charakteristik
. Indem er aber diesmal in beiden
seiner ausgestellten Bildnisse die Bewegung
ausdrücken will, ohne sich dabei der impressionistischen
Ausdrucksweise zu bedienen, vermögen
seine beim ersten Anblick bewegt erscheinenden
Bilder den Eindruck der Bewegtheit
nicht so eindringlich zu suggerieren, als es
dem Impressionismus zu gelingen pflegt. Kruis
hat in seinem „Abend am See"(Abb. S. 414)ein
Bild voll dekorativer Melodik geschaffen. Einige
der jüngeren Maler wie Roux, Isepp, Eck,
Legler und Nowak schließen sich mit anerkennenswerten
Leistungen den bereits genannten
Künstlern an. Der Pferdemarkt von Roux
(Abb. S. 417) zeichnet sich durch besonders
lebendige Auffassung aus und auch sein „ Begräbnis
" ist ein vorzügliches Bild. Isepp hat sich
mit seinem „Flußufer im Rauhreif" und dem
„Bach im Winter" einer Reihe ähnlicher Darstellungen
, die in letzter Zeit im Hagenbunde
zu sehen war, angeschlossen (Abb. S. 410).
Legier verstand es, mit gutem Geschmack ein
Biedermeier - Interieur durch einbrechende
Sonnenstrahlen interessant zu machen (Abb.
S. 409). Nowak wußte in seinem „Hafen von
Ragusa" (Abb. S. 416) und einer Reihe anderer
Bilder aus Dalmatien den lokalen Stimmungsgehalt
gut zu betonen, und Eck hat das oft ge-
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