Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 424
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0514
| QX9 (2X£) QXS QXS GJCS GXS

EMANUEL BASCHNY

Wiener Künstlerhaus-Ausstellung 1913

NACH DEM GEWITTER

ausgeht. Die beiden Gestalten stehen geistig
zu wenig verbunden nebeneinander und überdies
erinnern Haltung und Gesichtsausdruck
des Kriegers in ihrer derben Greifbarkeit zu
sehr an das Modell. Trotzdem zählt aber das
Bild mit zu den besten der reich beschickten
Ausstellung. Viktor Krausz(Abb. geg. S. 409)
hat es versucht, den Reiz eines weiblichen
Porträts voll Pikanterien des Ausdrucks und
der Farbe durch eine dramatische Szene zu
erhöhen, die zugleich eine Charakteristik der
Dame bilden soll. Zu ihren Füßen liegt, von
Liebesqual wie leblos hingestreckt, der verschmähte
Pierrot, während die Schöne an nichts
weniger als an dessen Schmerzen denkt und
ihr Hündchen liebkosend an sich drückt. Das
Bild ist vortrefflich gemalt.

In ähnlicher Weise wie die Porträtisten
wissen die Wiener Landschafter älterer Schule
das Liebliche und Gefällige in der Natur hervorzukehren
, mehr zu arrangieren als zu charakterisieren
, mehr hineinzulegen als herauszuholen
, wobei aber immerhin ihre Geschicklichkeit
, ihr feiner Geschmack, ihr, ich möchte
sagen, liedmäßiges Auffassen der Natur Werte
schafft, die die moderne Kunst zwar gering
schätzt, die aber spätere Geschlechter wieder
lebendig herausfühlen werden. Die Landschaften
von Darnaut, Suppantschitsch, Karlinsky,
Adolf Kaufman, Tomec, Tina Blau, Zoff
und anderen sind ebenso gut bekannt wie die
Porträte von Adams, Rauchinger, Ajdukie-
wicz, Horowttz, Stauffer, Schattenstein,
Torggler usw. Ueber ihre Art, die Vorzüge
und die Grenzen ihrer Kunst noch eingehender
zu sprechen, hieße längst Bekanntes wiederholen
. Weniger bekannt sind dagegen die
Werke von Brunner, der im „Scheidenden
Tag" sowie im „Sommermorgen" feinste Lufttöne
und scharf beobachtete zarte Lichtwirkungen
zum Ausdruck; bringt (Abb. S. 428),
und die Arbeiten von Baschny, der sich in
dem Bilde „Nach dem Gewitter" (Abb. S. 424)
und im Porträt eines Mädchens in rotem, ja-

424


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0514