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hobenen Vorwurf zurück, daß sie dilettantisch sei.
Das Bestimmende bei der Entscheidung ist hier,
ob zeichnerische Mängel blosem Nichtkönnen oder
der Absicht entspringen einen Ausdruck zu schaffen,
der dem Phantastischen des Inhalts zusagend ist,
und man wird zugeben müssen, daß für die ganze
visionäre Art Kubins seine Form nicht treffender
gedacht werden kann. Seelen von der Art des
Künstlers ist eben die Kunst nur Mittel zum Zweck
der Selbsterkenntnis, der Selbstbefreiung und Selbstvollendung
und ihre Formerlebnisse sind nur der
geringste, keineswegs jedoch ein unwichtiger Teil
ihrer Erlebniswelt überhaupt. Eßweins Buch ist
eine kongeniale Interpretation des Kubinschen
oeuvres und voll von wertvollen Ausblicken auf das
Werden und Wachsen der Kunst unserer Tage,
sowie von glänzenden dichterischen Auslegungen der
Hauptwerke des von ihm behandelten Künstlers.
M. K. Rohe
DAS MÜNCHNER WAGNER-DENKMAL
Vfor dem Prinzregententheater erhebt sich seit dem
* 21. Mai ein Richard Wagner-Denkmal, dessen
Schöpfer Professor Heinrich wadere-München
ist. Das Denkmal (Abb. S. 432) stellt ohne alles allegorische
Beiwerk den Meister auf einer Steinbank
zu bequemer Rast hingestreckt dar, den Körper
hüllt ein weiter, in Falten niederwallender Radmantel
ein, der Kopf, außerordentlich markant herausge-
Obwohl die Absicht, die Gearbeitet
, ist unbedeckt.
stalt zu stilisieren, unverkennbar ist, blieb doch überall
eine schöne Persönlichkeitswärme und Erdnähe
gewahrt. Und das trotz der monumentalen Form, in
der das Denkmal in die Erscheinung tritt. Als Material
kam Untersberger Marmor, zum Teil gestockt
bearbeitet, zum Teil matt poliert, zur Verwendung,
und, wie in der Ausdeutung der in Richard Wagner
inkarnierten Kulturidee das Denkmal das Höchste
gibt, so ist auch die technische Bearbeitung, namentlich
die Materialbehandlung, von der denkbar höchsten
Vollkommenheit. g. j. w.
PERSONALNAGHRIGHTEN
"PvÜSSELDORF. Nach langen und mühesamen Ver-
handlungen ist es gelungen, für das neu zu
schaffende Düsseldorfer Zentralmuseum einen Leiter
zu finden, der durch seine Persönlichkeit und seine
bisherigen Leistungen die besten Hoffnungen für die
Gestaltung der künstlerischen Verhältnisse unserer
Stadt zu bieten scheint. Professor Dr. Karl Köt-
schau, bisher Direktor am Kaiser-Friedrich-Museum
zu Berlin, hat die auf ihn gefallene Wahl endgültig
angenommen und wird sein Amt als General-Direktor
der Düsseldorfer Sammlungen bereits am
1. Juli ds. Js. antreten. Geboren im Jahre 1868 zu
Ohrdruf in Thüringen, wurde er 1897 Vorsteher der
Herzoglichen Kunst- und Altertumssammlung in
Koburg, 1902 Direktor des Historischen Museums
in Dresden, 1907 Direktor des Großherzoglichen
Museums zu Weimar. Seit 1909 weilte er in seiner
oskar laske
Wiener Kunstlerhaus-Aasstellung 1913
schwabenhochzeit
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