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leuchtung. Vornehme Gediegenheit der Innenaus- (cj
stattung verbindet sich mit diskretester Zurückhai- @
tung im dekorativen Beiwerk, denn Seidl wollte mit h
diesen Räumen den Kunstwerken nur eine Folie @
schaffen, die, von äußerster Neutralität, keines der V.
eigentlichen Bildmomente der aufgestellten Kunst- x
werke selbst beeinträchtigt. — Die Eröffnungsaus- w
Stellung bringt Kollektionen der „Hauskünstler", (s
von denen die Gruppen Heinrich Kleys, des In- ß
dustriemalers und Groteskzeichners, Hans Beat (9
Wielands, Angelo Janks und Richard Kaisers, @
der ein deutscher Landschafter im besten Sinne des h
Wortes ist, besonders auffallen. Natürlich hat Brakl p
im neuen Haus, das erklecklich mehr Bilder H
„schluckt" als sein alter Salon, sein Programm und x
seinen Mitarbeiterkreis erweitern müssen. So treten y
nun auch Bartels, Marr, A. v. Keller in die
Erscheinung; indessen ist mit den Werken dieser \S
Künstler keine konservative Note in den Gesamt- Q>
eindruck der Ausstellung gebracht, die von der ß
„Scholle" eingeschlagene, in der Gesamtlinie stark h
dekorative Note ist in dem Haus immer noch die p
herrschende. Man glaubt, sie in Kropps, Goossens' Vi
und Schnackenbergs Arbeiten wiederzufinden x
und, besonders konzentriert, in Hohlweins Sport- V
und Pferdebildern. — Ein „Besonderer" ist Carl
Strathmann, von dem man hier neuere Arbeiten y
BRAKLS KUNSTHAUS IN MÜNCHEN
\for etwa einem Jahrzehnt hat Franz Joseph Brakl
* in München seine „Moderne Kunsthandlung"
aufgetan, die es sich zur Aufgabe gemacht, besonders
die jüngere Münchner Künstlerschaft auch wirtschaftlich
auf den ihr zukommenden Platz zu weisen. Brakl
hat als ein unermüdlicher Propagandist für die
junge Münchner Kunst geworben, und daß seine
Werbungen den Anschluß an den guten öffentlichen
Geschmack fanden, daß sie auch kunsthändlerisch
die rechte Spur verfolgten, dessen ist das
neue „Kunsthaus", das Brakl am 26. Mai eröffnete,
ein beredter Zeuge. Denn es setzt unter das, was
Brakls kunsthändlerisches Unternehmen für München
sein wollte und tatsächlich geworden ist, den
gewichtigen Schlußpunkt. Professor Emanuel von
Seidl hat das Haus erbaut und damit einen neuen
Typus des intimen Ausstellungsgebäudes geschaffen.
Aus einer mächtigen Lichtquelle, die durch eine
Glaskuppel einströmt, erhalten die beiden im Mittelpunkt
des Hauses liegenden polygonen Säle ihre
prachtvolle Beleuchtung, die ein warmes diffuses
Licht, im Obergeschoß von hellster Sieghaftigkeit, im
Erdgeschoß in weicher Dämpfung, auf die ergiebigen
Wandflächen verteilt. Um diese Hauptsäle gruppiert
sich ein Kranz kleinerer Kabinette mit Seitenbe-
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