Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 455
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0547
Der „Kern" liegt in den beiden Hälften des Sandgußmantels; von der Sandschicht des Kerns
ist die spätere, hier noch als Luftschicht sichtbare Gußdicke abgeschabt; die Fußspitzen mit
der Grundplatte werden massiv ausgegossen; im Rücken und Fuß des Kerns stecken die Eisenstäbe
zum Abheben; beide Mantelhälften werden nun aufeinandergeschraubt, das Ganze in die

Gießgrube versenkt: der Guß kann beginnen

ausführen könnte!
Nein, jedes Material
verlangt seine eigene
Formensprache zur Offenbarung
seiner be-
sonderenSchönheitund
erscheint bei falscher
Wahl stumpf oder mißhandelt
. DieseFormen-
sprache des Materials
kann nur derjenige
Künstler ganz verstehen
und sich bei seinem
Entwurf schon nach ihr
richten, der gewohnt
ist, in ihm zu arbeiten.
Das ist auch der Grund,
weshalb sich so oft die
Bronze diesem intimen

Verstanden werden
durchdie Künstlerentzieht
, weil eben ihrem
Gestaltungsprozeß vor-
gearbeitet werden muß,

er selbst sich aber letzten Endes nur nach Aus Schillers „Glocke" kennen wir von
physikalisch - chemischen Gesetzen vollzieht. Jugend auf die äußerlichen Vorgänge eines

großen Metallgusses und haben den Stimmungsgehalt
der elementaren Materialisation so stark
innerlich erlebt, als ob wir dabei gewesen
wären. Diese lebendige, ästhetische Kenntnis
wollen wir durch einige materielle Hinweise
ergänzen, die dem Leser die Beurteilung der
technischen Eigenschaften einer Bronze erleichtern
könnten.

Das Tonmodell wird, wie wir es ja nun
schon kennen, in Gips negativ abgeformt und
positiv nachgegossen; wenn notwendig, wird
auch eine Storchschnabelvergrößerung angefertigt
. Dann bieten sich dem Künstler zwei
Möglichkeiten für den weiteren Gang der Ueber-
tragung in die Bronze: der Sandguß oder der
Wachsguß, und die Auswahl zwischen beiden
wird sich in erster Linie nach den äußeren
Formen der zum Guß bestimmten Plastik,
dann aber auch nach dem Grade der Vertrautheit
des Künstlers mit den technischen
Vorgängen richten. Hat die Plastik große
Flächen und nicht zu viel lineare Ueberschnei-
dungen mit hohlen Lufträumen zwischen den
Gliedmaßen oder der Gewandung usw., mit
anderen Worten : ist sie großzügiger und mit
geringerer Bewertung von Details behandelt,
so kann der Sandguß gewählt werden. Zeigt
die Plastik aber nicht die obigen Merkmale,
sondern bewegte und recht detaillierte Formen,
so ist der Wachsguß zu empfehlen. Der Wachsguß
ist aber auch für erstgenannte Fälle anwendbar
, wenn der Künstler Wert darauf legt,

HUGO LEDERER

DER SIEGER

Nach dem Guß. Der Bronzeguß noch in rohem Zustande; er
umschließt den Gipskern, dessen Stangen-Enden herausragen
und nun abgesägt werden; die besonders gegossenen Arme und
der Kopf werden angesetzt und das ganze sorgfältig abgefeilt
und ziseliert. Das Denkmal ist fertig

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