Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 466
(PDF, 174 MB)
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lung, eine Pietä aber sind in ihrer beardsley-
haft bewußten Affektation eines Gefühles und
der absichtlich manierierten Formgebung das
Gegenteil der naiven Ausdruckskunst seines
Landsmannes.

Neben der Weichheit der Wiener empfindet
man doppelt den schweren Ernst der Kunst
Hermann Hubers, der mit einem einzelnen
Bildchen im vorigen Jahre vertreten war, diesmal
mit drei Werken eingelassen wurde, die
eine bessere Anschauung seines Schaffens gewähren
. Die auf einfachste Formen zurückgeführte
Hochgebirgslandschaft und mehr noch
die zwei groß gesehenen und knapp in die Fläche
komponierten zwei Frauengestalten (Abb. S.470)
zeigen, wie Huber auf dem Wege ist, das Erbe
Hodlers in seinem Sinne fruchtbar zu machen.

Neben der neuen Jugend hat der ältere Nachwuchs
der Secession diesmal einen schweren
Stand. Nicht übel schneidet Benno Berneis
ab, dessen „Reiter am Meer" (Abb. S. 476)

eine Weiterbildung des im St. Georg vom vorigen
Jahre angeschlagenen Themas bringt. Die Lösung
eines durchempfundenen Motivs in bildhaften
Rhythmus gelingt ihm besser als etwa Otto
Hettner in seinen „Niobiden" (Abb. S. 472),
die akademisch wirken, weil ihnen die innere
Wärme des Erlebnisses fehlt. Ganz unglücklich
ist Waldemar Röslers Versuch, ein
modernes Totentanzbild im großen Format zu
schaffen. Er kommt über das nur Illustrative
nicht hinaus, und die Form bleibt leer, die
Farbe äußerlich. Beckmanns Familienbild
(Abb. S. 459), das sich an die Reihe seiner
glücklichsten Arbeiten anschließt, ist in seiner
Bescheidung auf das Modellmäßige doch das
weit inhaltreichere Kunstwerk.

Von den in Paris lebenden Deutschen war
Purrmanns bereits gedacht. Walter Bondy
gibt sich diesmal in ein paar Landschaften
weich und süßlich. Es ist nicht Entwicklung,
wenn jedes Jahr eine neue Manier bringt.

A. RENOIR

BADENDE

( XXVI. Aasstellung der Berliner Secession. — Mit Erlaubnis von Paul Cassirer, Berlin

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