http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0562
Aber nicht minder bedenklich ist die immer
gleichbleibende Einstellung auf eine Note. So
zeigt Julius Pascin wieder ein paar Bilder
junger Mädchen in der farbigen Stilisierung
auf müde, zärtliche Töne (Abb. S. 479). Eng
mit ihm zusammen gehört Rudolf Grossmann,
der die Stimmung einer Berliner Vorortstraße
ausgezeichnet festzuhalten weiß (Abb. S. 465).
Auch Karl Walser sucht hier Anschluß. Aber
sein „Kaffeekonzert" ist doch im besten Falle
liebenswürdige Geschmackskunst.
Von der älteren Generation ist Max Slevogt
nur mit ein paar Gelegenheitsarbeiten vertreten.
Am glücklichsten ist der kleine d'Andrade,
der in dem edelsteinhaften Rot des Rockes
dem letzten großen Bilde des gleichen Themas
weit überlegen ist (Abb. geg. S. 457). Eine
schöne Landschaft von Lovis Corinth muß
mit dem mißglückten Teppichhändler und mit
dem seltsam zusammenhanglosen Bilde der
„Ariadne auf Naxos" (Abb. S. 460) versöhnen.
Es war niemals Corinths Sache, ein mehr-
figuriges Bild räumlich einheitlich zu behandeln.
Die vorzüglichen Details helfen über diesen
Mangel des Bildes nicht hinweg.
Eigene Räume für kleine Kollektivausstellungen
wurden Trübner und Liebermann gegeben.
Trübner zeigt neben den altmeisterlich tonschönen
Werken seiner Frühzeit ein paar
neuere Landschaften (Abb. S. 467). Von Lie-
AMAZONE (BRONZE)
' GEORG KOLBE
I XXVI. Ausstellung der Berliner Secession
468
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