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MAX LIEBERMANN
KOHLFELD
XXVI. Ausstellung der Berliner Secession. — Mit Erlaubnis von Paul Cassirer, Berlin
das Dresdener Museum bestimmt sind (Abb.
S. 463). Kolbes anmutige Amazone (Abb.
S. 468) ist nicht ganz frei von Manier, wie in
weit höherem Maße Lehmbrucks Torso, der
sich mit den Reizen einer malerisch behandelten
Oberfläche begnügt, die keineswegs für
den unmotivierten Verzicht auf Arme und Beine
entschädigen können. Hallers kauernder
Jüngling (Abb. S. 469) ist sehr schön im Umriß
, aber die Gefahr der rein akademischen
Komposition liegt hier näher als bei den früheren
Arbeiten des Künstlers. De Fioris
Jüngling (Abb. S. 462) ist im Gegensatz dazu
ganz Empfindung, als erstes fertiges Werk
eine vielverheißende Arbeit. Die ruhende Sackträgerin
Langers (Abb. S. 480) endlich, die
leichte Einflüsse von Barlachs Holzschnitzstil
zeigt, ist eine neue Talentprobe des sehr geschmackvollen
, jungen Berliner Bildhauers.
Im ganzen hält sich diese plastische Abteilung
im Rahmen der früheren Secessions-
ausstellungen. Daß man die konventionellen
Bildnisbüsten von Oppler ausschloß, bedeutet
keinen ganzen Gewinn, da man keinen besseren
Ersatz zu schaffen vermochte. In der Entwicklungsgeschichte
der neuen deutschen
Malerei aber wird diese Ausstellung als ein
Markstein zu nennen sein, und schreitet die
Berliner Secession auf diesem Wege weiter,
so wird sie sich die Führerstellung zurückerobern
, die ihr in den letzten Jahren verloren
zu gehen schien.
DER KONFLIKT IN DER BERLINER
SECESSION
DieZwistigkeiten innerhalb der Berliner Secession
haben, wie es zu erwarten war, in der letzten
Generalversammlung zum offenen Bruch geführt.*)
Die Zurückgewiesenen der Sommerausstellung, die
mit allen und nicht immer den lautersten Mitteln
um ihre Stellung und gegen den neuen Präsidenten
Paul Cassirer gekämpft haben, wurden von Slevogt
*) Ihren Aus tritt erklärten : Max Slevogt, KurtHerrmann, A. Kraus,
George Mosson, Käthe Kollwitz, MaxGiesecke, R. Großmann, Otto
Hettner, Hedwig Weiß, Georg Kolbe, Franz Christophe, Ernst
Barlach, Ulrich Hübner, August Gaul, L. Tuaillon, Emil Orlik,
Oskar Moll, Kurt Tuch, Richard Langer, Robert Breyer, Dora Hitz,
Heinrich Hübner, Max Liebermann, W. Bondy, Karl Walser, E. R.
Weiß, R. Lepsius, Sabine Lepsius, Martin Brandenburg, Hans
Baluschek, Ernst Matthes, Jakob Nußbaum, Hans Meid, M.Beckmann
, Richard Engelmann, Richard Krückeberg, K. v. Kardorff,
Fritz Rhein, Hans Schmidt, W. Giese, W. Gerstel, Graf Kalckreuth,
Max Pechstein, Theo v. Brockhusen, ferner Paul Cassirer.
In der Secession verblieben: Lovis Corinth, Ernst Bischoff-
Culm, Max Neumann, A. E. Herstein, Joseph Oppenheimer, Ernst
Oppler, Hermann Struck, E. Pottner, Hermann F. A. Westphal, E.
Linde-Walter, Otto Modersohn, F. Schaper, Max Artur Stremel,
Eugen Spiro.
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