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ROBERT VON HAUG
Große Kunstausstellung Stuttgart
IM FELD
u. a. m. Man kann aus diesen Namen erkennen
, daß der Ausstellungsleiter das Gute
9 nahm, wo er es fand.
e> Noch habe ich von den deutschen, nicht
schwäbischen, Malern nur L. Herterich und
K. Becker-Gundahl genannt. Neben diesen
sind noch weitere berühmte Gäste aus München
gekommen, so Franz v. Stuck mit seinem
in tiefem juwelenhaften Glänze leuchtenden
„Drachentöter", Ch. Tooby, dieser echte Tiermaler
, mit großen kraftvoll geformten Tierstücken
, A. Hengeler mit einem kleinen
„Abschied" von ganz eigenartiger Poesie, J.
B. Hofner, „Der erste Lehrer Lenbachs",
Toni Stadler, H. v. Habermann, j. Dam-
berger, H. Groeber, die beiden letzteren
mit ihren charakteristischen Bauernszenen,
Fr. Strobentz, R. Pietzsch, H. Lichtenberger
, A. Thomann, O. Kopp, Maria Caspar
-Filser u. a. m.
Von Berliner Kunst darf Max Liebermanns
„Seilerbahn" in ihrer köstlichen Farbigkeit
und frappanten Ehrlichkeit an erster
Stelle genannt werden und mit ihr die geistreiche
sprühende Skizze „Bankett der Georgi-
ritter" von Max Slevogt, die in ihrer fein
überlegten vornehmen Mache und in der
gleichsam scharf gehämmerten Charakteristik
über eine Skizze weit hinausgeht. An der
lebendigen Frische verschiedener Berliner
Bildnismaler, wie K. v. Kardorff, B. Berneis
, R. Breyer, F. Rhein, kann man seine
Freude haben und man bedauert, daß uns L.
Corinth neben seiner Versuchung nicht auch
ein Bildnis geschickt hat. H. Thoma und die
Leibifreunde W. Trübner, K. Hagemeister,
Ch. Schuch mögen den Beschluß einer Ausstellung
bilden, deren amüsanteste Begleiterscheinung
darin besteht, daß sie einem Teil
der Stuttgarter zu modern ist und dem anderen
zu konservativ. Vielleicht hat sie damit die
richtige Mitte getroffen.
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