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ALBERT BAUR
FAHNENJUNKER
Große Kunstausstellung Düsseldorf
AUS DER GROSSEN KUNSTAUSSTELLUNG
DÜSSELDORF 1913
Von Hermann Board
G
roße Kunstausstellungen, mögen sie sein
wo sie wollen, werden in der Regel mit
sehr geteilten Gefühlen durchwandert. Das
leidige Allzuviel läßt die wenigen Werke, zu
denen der Besucher ein Verhältnis findet, kaum
heraustreten und ihm nicht die Zeit, Freundschaft
mit ihnen zu schließen. Das ist die sich
immer wiederholende Klage der Fremden, die
eine Ausstellungsstadt besuchen. Gar zu leicht
vergessen sie dabei, daß die Ausstellungen nicht
allein für den durchreisenden Touristen gemacht
werden, sondern auch für andere Interessenten;
unter anderen auch für die Ansässigen, die
während der Dauer eines halben Jahres Zeit
und Muße genug finden, Saal für Saal und
Werk für Werk zu studieren. Wenn man sich
dessen erinnert, wird man die Bedeutung der
viel verschrienen großen Ausstellungen in
einem anderen Lichte betrachten und wohl auch
gelten lassen, daß sie den Bewohnern einer
Kunststadt und vor allen deren Künstlern das
Vergleichsmaterial bieten, an dem die heimische
Kunst zu messen ist. Düsseldorf wurden die
großen Ausstellungen zum Segen. Wer den
Gang der Düsseldorfer Kunst seit 1902, in
welchem Jahre die erste Veranstaltung dieser
Art stattfand, verfolgt hat, wird staunen über
den unverkennbaren Aufschwung. Und dabei
hat sich Düsseldorf, vorübergehende Anläufe
ausgenommen, bei den Kunstkämpfen des letzten
Jahrzehnts nicht einmal aktiv beteiligt, sondern
ist still und bedächtig den ernsten Rufern, die
ihm wirklich etwas zu sagen hatten, in die neu
entdeckte Welt der farbigen Wunder gefolgt.
Wer dem Märchen von der Rückständigkeit
der Düsseldorfer Kunst, das draußen gewohn-
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Die Kunst für Alle XXVIII. 23 1. September 1913
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