http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0630
innere Berechtigung der Absentierung klar zutage
tritt — darauf hin, daß es in dem Hexenkessel
der künstlerischen Anschauungen brodelt
heitsmäßig aufgetischt wird, heute noch traut,
der sehe sich in der diesjährigen Düsseldorfer
Ausstellung um, da wird es ihm leicht gemacht,
das falsche Urteil zu korrigieren und zuzugeben
, daß sich durchschnittlich die Leistungen
der Düsseldorfer Künstler auf mindestens
gleicher Höhe bewegen, wie die der übrigen
Kunstmetropolen. — Freilich, an überragenden
Kräften, von den paar alten abgesehen, mangelt's.
Die ganz Großen gedeihen heutzutage eben auch
im Westen, wie im Süden und Osten, nicht
allzu üppig. Aber die Saat ist gut und sie
verspricht etwas für die Zukunft.
Wenn Düsseldorf die unausbleiblichen Explosionen
, die bei der Verschiedenheit der künstlerischen
Anschauungen nun einmal unvermeidlich
, ja sogar wünschenswert sind, nicht
auf offenem Markte zur Schau bringt, so wäre
es doch durchaus verkehrt, daraus zu schließen,
daß es bei dem Künstlervölkchen der Düssel-
stadt immer schiedlich und friedlich zugeht.
Die verhältnismäßig große Zahl der Künstlergruppen
, in denen sich Gleichgesinnte und
Gleichstrebende zusammengeschlossen haben,
deutet schon — wenn auch nicht bei allen die
franz kiederich
und gährt. Aber erfreulicherweise bleibt der
Ton ein freundschaftlicher und die Zusammengehörigkeit
findet immer beredten Ausdruck
in den Ausstellungen des „Vereins zur Veranstaltung
von Kunstausstellungen". Eigenbrödler,
wie der „Sonderbund", sind Ausnahmen, der
rheinische Boden ist für sie kein Feld. Des
Sonderbundes Leiter, August Deusser und Max
Ciarenbach, haben gezeigt, daß auch sie nicht
die Leute waren, den Teufel festzuhalten; sie
sind friedfertig in den Kunstpalast zurückgekehrt
, wo sie sich artig wie brave Düsseldorfer
Kinder betragen.
Da Düsseldorf gruppenweise ausstellt, erschien
auch die Beteiligung der Auswärtigen
nach Gruppen geboten. Man hat den Korporationen
der größeren Kunststädte, wie München
und Berlin eigene Säle zur freien Beschickung
zur Verfügung gestellt, bei anderen, wie Dresden,
Karlsrahe, Stuttgart, Kassel, Straßburg, Weimar
haben Vertrauensleute aus den Gruppen
ihrer Städte die Abteilungen zusammengestellt.
Das gleiche Verfahren wurde
beim Auslande, das mit
Frankreich, England, Belgien
und Oesterreich vertreten
ist, innegehalten.
Einige markante Persönlichkeiten
wurden zu Kollektivausstellungen
eingeladen,
so Franz Metzner,der einen
außerordentlich starken Eindruck
macht, Leo Putz, Lo-
VISCORINTH undGOTTHARD
Kuehl. Von Düsseldorfern
sind in gesonderten Abteilungen
vertreten Eugen Kampf
Und jul. P. jUNGHANNS.
Die größere Möglichkeit,
das Schaffen eines Künstlers
ausgiebiger kennen zu
lernen, wie sie eine Kollektivausstellung
bietet, und
der Wunsch, diesen Vorzug
einer größeren Zahl von
heimischen Künstlern zukommen
zu lassen, führte
auf dieser Ausstellung zum
ersten Male zu einer Neuerung
, die allseitig mit Freude
aufgenommen worden
ist, nämlich zur Einrichtung
von wechselnden Monatsausstellungen
. Eine kleine
Flucht von Kabinetten ist
meine tochter
Große Kunstausstellung Düsseldorf
(5X3 (5X3 6X9 (5X3 (ÖX^SX^
530
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0630