Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 534
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0634
1

1
I

MAX CLARENBACH

Große Kunstausstellung Düsseldorf

NEBEL UND TAUWETTER

Aloys Trieb sind sichere Anzeichen dafür,
daß das Monumentale nach Inhalt und Form
wieder zu einem Begriff wird, der nicht allein
durch das Format erzwungen wird. Cordes
Pietä (Abb. geg. S. 529), mit der überraschend
simplen Gegenwirkung von horizontal und vertikal
, verrät in der geistigen Erfassung und in der
Einfachheit der Farbengebung das allerstärkste
Wollen. Wir haben es hier mit einer herben,
stiernackigen Kraftnatur zu tun, die sich ohne
Zweifel durchsetzen wird. Eine Schöpfung von
gewaltigem Wurfe ist der Riesenkarton Cordes
„Der Krieg". Die Schwarz-Weiß-Anlage läßt
zwar gewisse Partien, wie die von den apokalyptischen
Reitern Ueberrannten, nicht so
einfach hervortreten, wie es farbig gedacht sein
mag, aber immerhin stellt dieser Karton ein
Werk ganz großen Stiles dar.

Neben ihm ist Aloys Trieb, der als Meisterschüler
der Akademie zum ersten Male ausstellt,

ein Talent, das sich in großen, verhaltenen
Gebärden aussprechen muß. Einfache Konturen
, ein paar Farbentöne und ein volles Maß
in große Form gebannter Leidenschaft, das sind
die Mittel seiner Kunst, wie sie bei der „Kreuzigung
" (Abb. S. 531) zum Ausdruck kommen.

Im Gegensatz zu den beiden Genannten
hält Hans Kohlschein an der herkömmlichen
Wiedergabe der großen Historie fest, obschon
er sie in neue farbige Stimmungsreize zu hüllen
versteht. Leider geht das Straffe in der Zeichnung
und der wertvolle Gegensatz der ganz
in Licht und Ton aufgelösten Nebendinge —
alles Errungenschaften, die er bis zur letzten
Ausgiebigkeit durchprobt hat und die man auf
Staffeleibildern, wie die „Moselbauern" (Abb.
S. 537) bewundern muß — auf der Riesenleinwand
, die er für ein Kreishaus in Posen
mit einer Geschichte aus dem Leben Friedrichs
des Großen bemalt hat, verloren.

534


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0634