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WILHELM CLAUDIUS
VORSTADTGARTEN IM FRÜHLING
Münchner Glaspalast 1913
vorzuführen, hat etwas Bestechendes. Am ausgereiftesten
sind die Werke Rumplers. Es
sind Delikatessen erlesenster Art, unter den
Blumenstücken, Akten, Bildnissen, besonders
den Landschaften, wie die köstliche „Prater-
wiese" zeigt (Abb. S. 569). Svabinsky interessiert
sowohl durch seine Gemälde als durch
seine virtuosen Radierungen, von erheblicher
Kraft des Ausdruckes. Das große Familienbildnis
in Tempera gehört wohl zu den besten
seiner Arbeiten (Abb. S. 575). In einem weiteren
Saale stellte F. Andri dekorative Entwürfe
und Kartons für kirchliche Wandmalerei
aus, überlebensgroße Heilige, Apostel, Engel,
die innerhalb einer bestimmten Architektur
sicherlich von Wirkung sein dürften. Ueber
G. Klimt, dem ebenfalls ein Kabinett gewidmet
ist, wird man sich nicht mehr so aufregen
wie bei seinem ersten Auftreten. In dem
Hauptbild, weibliche Akte, versucht er eine
rein dekorative Flächenwirkung zu erreichen,
wie dies im japanischen Holzschnitt, von dem
er wohl manches entnommen, schon vorgebildet
ist. Eine Serie von Holzschnitten, u. a.
ein großes, figurenreiches Golgathabild des
Wieners Laske schließt sich an, eine Kollektion
von starkem Interesse, auf die wir hier nicht
näher eingehen, da an dieser Stelle ein Sonderaufsatz
über den Künstler geplant ist, und
an diesen eine Gruppe von Bildern Karl
Sterrers, der zumal in seiner „Heiligen Familie
" durch die treffliche Zeichnung wieder
Charakter in das sonst so flau gewordene religiöse
Gemälde hineinträgt (Abb. S. 555). Bei
den 14 Bildern des Krakauers Wyczolkowski
zeigt sich ein Geist auf allen Gebieten kundig,
ein starkes Gefühl für die Reize der engeren
Heimat an den Tag legend, wie dies so eindrucksvoll
aus dem „Pflügen in der Ukraine"
hervorgeht. Jan Preisler-Prag brachte eine
Kollektion von Kompositionen und Oelskizzen,
die bei bedeutender Unmittelbarkeit eine Frische
der Auffassung bekunden (Abb. S. 564).
Sind in den österreichischen Sälen durchweg
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