Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 556
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die zeichnerischen Werte betont, das Streben,
in die zeitgenössische Malerei Stil hineinzutragen
, so fehlt dies in Italien fast ganz. In
den sechs Sälen findet sich manches Beachtenswerte
, namentlich in dem Hauptsaal, in dessen
Mitte der zarte, weibliche Akt in rötlichem
Marmor von Danielli Platz gefunden. Tüchtige
Werke, die als Thema Lichtprobleme gewählt
, vornehme Bildnisse, auf dunkle Töne
gestimmt, zarte, eminent durchgeführte Landschaften
, das alles ist mit Geschick gemalt.
Nennen wir die Bildnisse von Selvatico,
Mancini, die beiden Landschaften mit Ochsengespann
von Sartorio; eine Marine von G.
Ciardi, die Campagna romana, durch welche
in trostloser Einsamkeit eine Schafherde mit
Hirten zieht, von Petiti. Trefflich sind auch
die Schneelandschaft von Olivero und die
leuchtenden Pastellandschaften des in München
ansässigen G. Cairati.

Frankreichs Signatur ist ein tüchtiges Mittelgut
. Extravaganzen, Probleme mangeln überhaupt
. Im großen, mit Gobelins geschmückten
Saale erinnert der Farbenzauberer Bes-
nard mit seinem weiblichen Halbakt an die
ehemalige Glanzzeit. Von Licht und Luft umflossen
bekundet Simon in dem Gruppenbild
der Kinder ein zielsicheres Weiterschreiten.
Blanche zeigt sein brillantes Können in einer
Tänzerin (Abb. S. 571) und Raffaelli in einem
menschenbelebten Marktplatz. Weich und zart
behandelt ist eine Dame in rosa Tönen von
Aman-Jean. In einer üppigen nächtlichen
Gartenszene mit Lampionbeleuchtung beschwört
Gaston la Touche den Geist Watteaus herauf
, ohne jedoch jenen unsäglich feinen Duft
des Rokoko in der Grazie der Bewegung, in
der ganzen Haltung zu erreichen (Abb. s. Aprilheft
geg. S. 289).

Spanien gleitet allmählich in der Kunst in
ein ernsteres Fahrwasser und jüngere Künstler,
die sich wieder in den Stoff vertiefen, treten
mit starker Begabung auf. In dem neu angebauten
Saale sind die besten Stücke vereinigt.
Chicharros großes Gemälde „Schmerz", tiefbetrübte
Menschen am Tisch der Wohnstube
versammelt, gehört zu jenen Werken, die man
nicht so leicht vergißt. Wundervoll flutet das gelbgrüne
Licht durch das Fenster des Gemaches.
Großzügig heben sich die Gestalten vom hellen
Hintergrund ab (Abb. S. 573). Echt spanische
Typen schildert dann Rodriguez-Acosta;

EMILE CLAUS

DIE ULMEN AM KANAL

Münchner Glaspalast 1913

556


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