http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0660
BERNHARD OESTERMANN
KÖNIG GUSTAV V. VON SCHWEDEN
Münchner Glaspalast 1913
Besten gehören, was die niederländische Abteilung
aufzuweisen hat.
Das stammverwandte Belgien bringt die unterschiedlichsten
Werke. Neben stark ausgeprägt
naturalistischen und realistischen Bildern, wie
den Werken Richirs, Vloors, van Holders,
Leemputtens,Rassenfosses,erscheinen solche
von zartester Mystik und Symbolik, dann wieder
solche, die an die Niederländer des 17. Jahrhunderts
gemahnen. Zu letzteren gehört der
wuchtige Eugen Laermans, dessen ganze
Kunst, wie dies aus den „Armen Fischersleuten
" hervorgeht, nach einem großen Stil hindrängt
, eine künstlerische Art, die sich als
ungesuchtes Ergebnis einer persönlichen Anschauungsweise
darstellt. Ihm gegenüber als
Antipode steht Ferdinand Khnopff, der Schilderer
erhabener Feierlichkeiten, des Ehrfurchtsvollen
und Unentweihten. Das lautlos Mystische
gibt er in künstlerischer Weisheit, mit den einfachsten
, kaum sprechenden Mitteln der Technik
. Khnopff ist der Impressionist von hellster
Klarheit. Seine zarte Kunst besteht in der
leisen Andeutung und in der delikaten Ausführung
.
Rumänien hat wenig, aber einiges Gute zur
^ hunderts gemahnen. Zu letzteren gehört der Verfügung gestellt. Der Höchststehende dürfte
wohl Grigorescu sein, der einen Judenkopf
eminent heruntermalte. Ein großes Herbstbild
und einen jener wirkungsvollen Nationaltänze
schildert Verona und einen „Hafen mit türkischen
Arbeitern, Steriadi.
Die Türkei ist wie politisch, so auch künstlerisch
unglücklich daran. Sie löst Empfindungen ^
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