Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 560
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0662
GEORG BUSCH

Münchner Glaspalast 1913

BEGRÄBNIS CHRISTI (BRONZEGRUPPE)

des Bedauerns aus. Der „Bück auf den Bosporus
" von Terlemezian, die „Arme Frau mit
dem Hunde" von Ducas dürften wohl mehr
einheimisches als türkisches Produkt sein. Unter
Kasasians Bildern erscheint als das künstlerisch
bestgelöste eine Trauung.

Ungarn ist stark mit deutschen Elementen
durchsetzt. Selbst der in Ungarn als Halbgott
verehrte Szinyei hat seine besten Bilder und
Studien seinerzeit in München gemalt. Mit
zwei hübschen Landschaften aus letzteren Jahren
ist er vertreten. Benczurs „Cleopatra", wie
auch der weibliche Akt im reichen, blumengeschmückten
Interieur von Strobentz ,Feren-
czy's „Mutter mit Kind" in feiner dekorativer
Wirkung von Blau-Weiß sind besonders hervorzuheben
, wie denn auch Perlmutters rassige
tieffarbige, im blühendsten Schmelz der Farben
strahlende Landschaft. Die „Kreuzabnahme"
von Zemplenyi zeigt in hervorragendem Maße
die Errungenschaften einer älteren Formensprache
, die wir auch heute noch anerkennen
(Abb. S. 561).

In Rußland weht ein frischer Luftzug und
vor allem ist es die Landschaft, die fesselt
durch ihre Unmittelbarkeit und Überzeugungskraft
, wie die neuzeitliche, russische Literatur.
Wie wichtig es ist, daß ein Künstler, der Tüchtiges
schaffen will, innigmit seinem Lande, seinem
Volke verwachsen sein muß, mag man hier
von Bild zu Bild erkennen. Diese Maler sind
heimatliebende Künstler. Wie Heimwehstimmung
quillt es aus den Werken dieser Sucher
heraus. Können haben alle, die kleinen Qualitätsunterschiede
kommen ebensowenig in Frage
wie die Namen. Ob hier Stolitza mit seiner
„Heuernte" genannt wird, DußowsKOYoderBiA-
linizki, Butschkuri mit seinem glänzenden
„Fest im Dorfe" und so fort.

Eine nahe Verwandtschaft, jedoch zarter, zaghafter
, weist die Kunst Dänemarks auf. Von
intimster Durchführung, dabei doch groß gesehen
, schuf L. A. Ring einen „Dorfschuster";
Wentorf ein gutes Bildnis.

In Norwegen finden wir neben mehreren
älteren Bildern von Thaulow, die allerdings
nicht zu seinen interessantesten Leistungen gehören
, manch tüchtige Ansätze zu neuen Versuchen
der Malerei, welche aber noch nicht die
notwendige Reife haben.

Schweden hat Vertreter der Landschaft gesandt
, die mitunter in einen trüben Ton geraten
sind. Selbst Kallstenius, ebenso Hällgren
haben sich geändert. Prächtig im Tone gehalten
ist das Bild „Eisenten" von larsen(Abb. S. 567),
das uns inmitten unentweihter Natur führt. —
In märchenhaften Glanz taucht Fjaestad die
lichtvollen, leichtstilisierten Winterlandschaften,
denen man eine ganze Wand eingeräumt hat.
Der Zauber des Rauhreifs, wie er gegen die
Sonne gesehen, ist in einem der Bilder besonders
glücklich gegeben (Abb. S. 565). Im Sinne
Zornscher Malerei müssen die Bildnisse der
beiden Porträtisten und Brüder Oestermann

560


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0662