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gelten, von denen beide den König ihres Landes
gemalt haben (Abb. S. 558). Emil Oestermann,
repräsentativ in Uniform, dabei ungezwungen
in der Bewegung und in verbindlicher Liebenswürdigkeit
. Björcks Bildnisse bewegen sich
in den hergebrachten alten Geleisen. Strandberg
beginnt der Mode folgend, zu stilisieren.
Hodler zwingt besonders die Schweizer
Künstlerschaft in seinen Bann, wie dies ihre
Säle beweisen. Ueber Hodlers Eigenart, seine
hohen künstlerischen Absichten braucht wohl
nichts Neues gesagt zu werden. Wieland,
Thomann gehen ihre eigenen Wege, ebenso
Buri. Obgleich letzterer etwas von Hodler beeinflußt
, bleibt er dennoch seiner alten Art
treu und ist mit drei größeren Bildern gut
vertreten (Abb. S. 563).
Als kleine Enklave bildet der „Bund" die
Ueberleitung zu der Münchener Kunst, inklusive
Deutschland. Schon gleich in dieser Gruppe
wirkt erfreulich die klare Abgeschlossenheit und
Ruhe. Dazu kommt, daß sowohl hier wie in
allen weiteren Sälen mit Geschmack, wenngleich
etwas gedrängt, die Kunstwerke plaziert
wurden. Von Mayer-Franken sieht man ein
großes Triptychon „Der Traum", von Albert
Lang zwei Akte „Mann und Weib", von Thor
ein vornehmes Damenbildnis, von Gregoritsch
ein treffliches Herrenporträt. Karl Küstners
„Vorfrühling" ist eine schöne Leistung dieses
empfindungsvollen Landschafters. Ganz überraschende
Fortschritte hat Melchior Kern in
seinen Landschaften zu verzeichnen, desgleichen
Bohnenberger in seinem Bilde: „Tiroler
Pferde im schweren Zug" (Abb. S. 567).
In den nun folgenden Sälen der Münchner
Künstlergenossenschaft mit Deutschland ist es
nicht möglich, alle bemerkenswerten Arbeiten
in dieser Rundschau aufzuzeichnen. Nur so
viel sei gesagt, daß ein redliches Streben zu
erkennen ist, die Kunstwerke nach ihrem wirklichen
Werte zu ordnen und zu hängen. Neben
den bewährten älteren Meistern, denen die
Kunststadt München ihren Namen verdankt, wie
Defregger, Grützner, Fr. Aug. v. Kaulbach
, Seiler, Wenglein, Simm, Adam,Canal,
TIVADAR ZEMPLENYI
Münchner Glazpalast 1913
KREUZABNAHME
Die Kunst für Alle XXVIII.
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