Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 8
(PDF, 180 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0026
JÄH

TIERPARK HELLABRUNN

undurchdringlichem Gebüsch und grünen
Wiesenflächen den Charakter einer ganz ur-
g< wüchsigen Landschaft gewahrt hat. Ein Mühl-
g bach durchquert das Gebiet; der Harlachinger
Steilhang des Isartales, von mächtigen Buchen
dicht bewaldet, begrenzt es nach Südosten.
Aus dieser prachtvollen Wildnis hat Prof.
Emanuel von Seidl den neuen Tierpark
Hellabrunn geschaffen nach einem Plane,
der schon auf dem Papier die schönsten Erwartungen
weckte, der sie aber jetzt, soweit
er bisher verwirklicht werden konnte, fast
noch übertroffen hat.

Die Erschließung dieses verwunschenen Geländes
war eine verlockende, aber auch schwierige
Aufgabe. Die Wege mußten so geführt
werden, daß die verborgenen Schönheiten
von Wasser und Wald an den Tag kamen;
zugleich sollten sie bequeme Zugänge zu den
Gehegen sein. Auf den großen Freiflächen
unterhalb des Steilhanges waren beträchtliche
Erdbewegungen und Anpflanzungen nötig, und
schließlich waren die verschiedenen Baulichkeiten
zu gestalten und so anzuordnen, daß der
parkartige Charakter des Ganzen gewahrt blieb.

PELIKANE VOR IHRER HÜTTE

Dies Programm ist heute, ein Jahr nach
der Eröffnung des Gartens, erst annähernd
zu drei Fünfteln erfüllt. Man sieht aber bereits
klar, was der Baumeister will: es ist
ihm in der Tat gelungen, einen vollkommen
neuen Typus zu schaffen. Der Unterschied
liegt angedeutet in den Worten „Zoologischer
Garten" und „Tierpark".

Von dem Haupteingange aus, der mit seinen
beiden grünweißen Pavillons und den
lustig bunten Nymphenburger Terrakotten
jede prunkvolle Portaldekoration vornehm vermeidet
, zieht sich ein behaglicher Weg in
sanften Windungen durch die ganze Länge
des Parkes. Man überschreitet eine kleine
Steinbrücke, genießt einen Blick auf den
Ententeich mit seinen prachtvollen Hängeweiden
, trifft auf eine Lichtung, wo gefleckte
Hirsche friedlich grasen, schreitet wieder
durch Wald, beobachtet zur Linken eine Familie
schwarzer Schwäne oder zur Rechten
australische Strauße, und so geht es, immer
wieder durch Wald unterbrochen, eine ganze
Weile an den verschiedensten Gehegen vorüber
. Seitenwege zweigen ab, hier und da

1
1

8


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0026