Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 33
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OTTO BLÜMEL-MÜNCHEN

BILDER AUS EINEM SCHATTENSPIEL

ZU OTTO BLÜMELS ARBEITEN

Otto Blümel gehört zum Künstlerstab
der „Vereinigten Werkstätten für Kunst
im Handwerk A.-G." in München. In den
Werkstätten ist er als Architekt, Raumkünstler,
Kunstgewerbler und Maler tätig; die hier abgebildeten
Arbeiten zeigen ihn aber auch als
feinsinnigen Maler poetisch gefühlter Landschaftsstimmungen
und als erfindungsreichen
Zeichner und Graphiker.

Als Architekt und Raumkünstler vertritt
Otto Blümel Grundsätze, die wegen ihrer gesunden
Tendenz besondere Beachtung verdienen
. Im Hausbau wie in der Raumgestaltung,
im Wohnungsschmuck wie im Möbelbau, sieht
er nicht nur „ästhetische Raumprobleme"
oder spezifisch künstlerische „Aufgaben"
und „Lösungen", sondern von künstlerischer
Empfindung durchdrungene Schöpfungen, die
außer ihrer sachlich zweckmäßigen Bestimmung
noch einen persönlichen oder Gemütswert
haben sollen.
Zwar nichtganz im
Sinne der Raumästheten
, die jedem
Raum „ihre
persönliche Note"
aufprägen wollen,
sondern in dem
Sinne, daß der
Raum vor allem
dem Bewohner
sympatisch erscheint
, daß er
ihn persönlichanmutet
.

Die Abbildun-
genseinerSpeise-,

Arbeits- und Damenzimmer lassen erkennen,
wie Blümel diesen persönlichen Charakter in
einzelnen Wohnräumen zum Ausdruck bringt.

Das Speisezimmer stellt sich als heller,
wohnlich einladender Raum dar, der den Gast
wie mit offenen Armen empfängt. Der runde
Tisch ladet zu geselligem Verein. Auch die
Ecken der Geschirrschränke sind weich abgerundet
, wie überhaupt das Eckige im ganzen
Zimmer vermieden ist. Die Farben erscheinen
licht und hell; an den Wänden leuchten Rosen
und verstärken den festlich heiteren Eindruck
des Raumes.

Wieder anders wirkt das Herrenzimmer
auf den Beschauer ein. Im Gegensatz zu der
in sanften Kurven und Wellenlinien ausklingenden
Harmonie des Speisezimmers, ist die
Linienführung in der Architektur des Holzwerkes
im Herrenzimmer straffer und geradliniger
gehalten. Die eingebauten Bücherkästen

verleihen dem
Raum jenen Ernst,
der ihn als Arbeitszimmer
charakterisiert
. Aber
das dieWände verkleidende
Holzwerk
strahlt eine
behaglicheWärme
aus, die Möbel
verraten einen gewissen
Komfort,
der den Bewohner
heimselig umfängt
. Dem in Geistesarbeit
Vertieften
ist es hier nicht

Dekorative Kunst XVI. i. Oktober 1912

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