Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 34
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OTTO BLUMEL-MUNCHEN

weniger wohl als Dürers Hyronimus in seinem
Gehäuse. — Die Ecke des Damenzimmers mit
Schrank, Schreibtisch und Stühlen ist vom
Geiste weiblicher Anmut und Grazie beseelt.

Eine andere Ecke, aus einem Musikzimmer,
weist auf einen Raum hin, der dem stillen Genüsse
der Kunst geweiht ist. Die Bilder und
Bronzen darin tragen entschieden dazu bei,
den Raum im künstlerischen Sinne zu beleben
und ihm eine besondere Stimmung zu verleihen.

Otto Blümel hält aber dazu auch noch ein
anderes, raumschmückendes und Stimmung
förderndes Element in Bereitschaft: das Ornament
. Er verwendet es als das musikalische
Element in der Tektonik in einer ebenso diskreten
als wirksamen Weise: an den Wänden als
Tapete, Supraporte, in dem Stukko der Decke,
im Farben- und Linienschmuck des Teppichs,
als Schmuck der Möbel usw. Unsere Abbildungen
des Speisezimmers zeigen aufs vor-

BLEISTIFT-STUDIE

teilhafteste, wie geschickt Blümel das Ornament
anwendet.

Als Maler unterhält Otto Blümel eine stille
Liebe zu unserer heimischen Landschaft. Im
Sommer, wenn er die Werkstätten verläßt,
zieht er hinaus ins bayerische Alpenvorland und
sucht die schönen Heimlichkeiten der Natur
an einsamen Seen, an sonnigen Hängen und
Hügeln, in stillen Waldtälern, Dörfern und
gemütlichen Winkeln alter Bauernhäuser und
Obstgärten. Was er malerisch darstellt, sind
immer einfache Motive, aber beseelt von
jener gemütvollen Naturempfindung, wie sie
uns aus der Lyrik des Volksliedes wandernder
Gesellen entgegenklingt. Diese lyrischpoetische
Stimmung verdichtet sich in seinen köstlich
anmutenden, das Auge entzückenden Schattenbildern
zu einem romantischen Zauber von
süßem poetischen Reiz.

Um diese poetische Stimmung ganz auf sich

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