Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 46
(PDF, 180 MB)
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kann, und die
ihre Maschinenherkunft
stolz
zur Schau tragen
. Andere, die
die Nadel als
einziges Werkzeugbeibehalten
wollen, sehen
sich ebenfallsgezwungen
, bei
ihren Entwürfen
mit auf eine
leichtere Herstellbarkeit
bedacht zu sein.
Sie müssen Materialien
aufspüren
, die sich
schnell verarbeiten
lassen, und
Formen ersinnen
, die ohne

übermäßigen
Aufwand gefällige
Flächen ergeben. So lassen sie gern den
unbestickten Grund als Farbwert wirken, überziehen
ihn vielleicht mit einem weitmaschigen
Liniennetz, das sich fix über den Stoff schlängelt
, bevorzugen Applikationen oder greifen
wie Maria Sinsteden statt der Seide zu derben
Wollfäden, die große, bunte Blumen schnell
wie im Treibhaus emporsprießen machen.

Es geht nicht an, derlei Entstehungsnotwendigkeiten
außer acht zu lassen. Blumenstücke
wie diese

MARIA SINSTEDEN-BERLIN tu LEINENKISSEN MIT STICKEREI IN BUN
TER WOLLE UND EINFASSUNG AUS GRÜNEM SAMMT

Wollstickerei auf
das geistreichste
kombiniert worden
ist, mit der
Applikation, wo
aus leuchtend
grünem, blauem
oder gelbem
Militärtuch ein
Blatt, ein Blütenkelch
oder sonst
ein Fleck in
Verbindung gebracht
sind mit
den Teilen, die
die Struktur des
Fadens weisen
sollten. So die
Fährnisse, die
sich einem echten
Handwerk
heute entgegenstellen
, erkannt,
ja ihnen sogar
noch eigene Ausdrucksmöglichkeiten
abgewonnen zu haben, ist
Beweis für eine nicht landläufige Tüchtigkeit,
die sich sofort auszahlen muß. Nämlich in
der Möglichkeit, große Wandflächen, wie sie
die Innenarchitekten neuerdings mit Stickereien
beleben möchten, durch eine wirkliche
Handstickerei zu bewältigen, ohne der Technik
wegen einer kargen Dürftigkeit zu verfallen
. Was nichts anderes besagen will, als
daß mit der Einsicht in die neuen materiellen
Voraussetzun-

1

1
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g sind vielleicht gen einer Handar- G

nicht so delikat, so [^^^Hi^^^VH|HHHHHBHBHsjH^^^| beitsspezies, wie ei (j

farbenselig, so apart iN^S9***- "~wnilir------nmilBii Bfc^' ne Selbstverständ- G

stilisiert — vordem lichkeit fast sich i

auch entstanden. h^V ein neuer Stil und ;

Aber wenn man B ■ neue Anwendungs- )

eine Fläche wie die amp- ^ gelegenheiten ein- ^

des Kaffeewärmers 0 ^ stellen. \

oder eines großen 1 ^ tf&P^tt Allein dieser \

Wandschirmes mit _rii±L " Tüchtigkeit wegen '

Seidenfäden sau- V wäre es nicht der (

berlich aussticken ' Mühe wert gewe- v

wollte, dann könnte I a ^f\- sen, diese Nadel- i

man Monate auf- ^ arbeiten zu veröf- )

wenden, um einen ■ I ^ ^;,? fentlichen. Sie sind |

Effekt zu erzielen, m M Geschöpfe einer c

der allenfalls einen || B jungen Künstlerin, \

höheren Material- HHHflHHBiHSSSHHI^MMflHB die an so beschei- l

reiz böte. Oder man denen Dingen wirk- {

betrachte eine der JB liches Talent entfal- (

einfacheren Kis- ■■^^^^^^^^^^HHM^^^^^HI^^BHMi tet. Die Gefahr, die £

senplatten, wo die maria sinsteden-berlin □ bunt besticktes leinenkissen gegenwärtig hinter \

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