Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 60
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HAUS ROSENFELD

TERRASSE AN DER OSTSEITE
AUSFÜHRUNG DER KUNSTSTEINARBEITEN: E. SCHWENK, ULM A.D.

Sie begannen mit der Flächenornamentik, d. h.
der Buchkunst, gingen dann zur Möbelkunst
und Metallarbeit über, um schließlich bei der
Architektur zu landen. Das ist auch ungefähr
die Entwicklung von Bernhard Pankok gewesen
. Während aber die anderen Künstler
dieser Generation, z. B. Behrens, Riemerschmid
und Paul, nachdem sich die erste Begeisterung
gelegt hatte und die praktischen Forderungen
des Amtes und des Kunstmarkts an sie
herangetreten waren, eine Wandlung zur konstruktiv
-geometrischen Richtung machten, ist
Pankok im wesentlichen der Phantasiekunst
treu geblieben.

Nicht als ob er die Zweckmäßigkeitsforderungen
verachtete oder vernachlässigte. Er
hat vor einigen Jahren in dem bekannten
Ateliergebäude am Staffelnberg in Stuttgart
einen Bau geschaffen, der an nüchterner Zweckmäßigkeit
nichts zu wünschen übrig läßt. Aber
daneben hat er am Stuttgarter Hoftheater
Mozartsche Opern neu inszeniert und mit seinem
Figaro kürzlich noch einen großen und
wohlverdienten Erfolg errungen. Ferner hat er
Bodenseedampfer und Luftschiffkabinen möbliert
und —was ihm immer am liebsten ist —

eine Reihe von Bildnissen gemalt, die durch
Ü ihre außerordentliche, an Manet erinnernde

Frische und Lebendigkeit auf unseren Seces-
sionsausstellungen Aufsehen erregt haben.

Nun tritt er vor uns mit einer Arbeit, die
ihn mehrere Jahre beschäftigt hat, die seinem
Ideal von einem Gesamtkunstwerk so ungefähr
entspricht, mit dem Haus Rosenfeld. Es
ist ein merkwürdiger Zufall, daß in Stuttgart
gerade in diesem Jahre drei Bauwerke fertig
geworden sind, die man als hervorragende
Beispiele der drei oben charakterisierten Richtungen
bezeichnen kann, die Baugruppe der
beiden neuen Hoftheater, das Kunstgebäude
(Ausstellungsgebäude) am Schloßplatz und das
Rosenfeldsche Haus am Herdweg.

Littmanns Hoftheaterkomplex ist eine rein
klassizistische Schöpfung. Die antike Baukunst
hat dabei Pate gestanden. Ein einfaches
Werk von guten Proportionen und monumentaler
Wirkung, technisch vollendet, aber kein
Wegweiser zu neuen Entwicklungen.

Das Kunstgebäude Theodor Fischers ist bekanntlich
neuerdings Gegenstand sehr heftiger
Anfeindungen in der Stuttgarter Presse
geworden. Das würde natürlich nichts beweisen,
vielleicht sogar dafür sprechen. Aber in diesem
Falle ist doch etwas Richtiges daran. Ich halte
Fischer für einen sehr klugen und in seiner
Weise zielbewußten und selbständigen Künstler.

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