Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 108
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ARCH. HUGO EBERHARDT

übrigen Zimmer ist wenig zu bemerken : sie
haben die für einen überlegenden Architekten
natürliche Lage. Zwei große gedeckte Terrassen
, nach Süd und Nord, weiten die Wohnlichkeit
des Erdgeschosses; die Schlafzimmer
empfangen östliche und südliche Sonne, und
in dem Dachstock sind geschickt zahlreiche
Gelasse untergebracht, die sich der schönen
Tugend einer großzügigen Gastlichkeit bereit
halten.

Der genießende Wanderer, dessen Weg
ein solches Bauwerk streift, überlegt sich,
wie die Massen, Linien, Farbe und Material
zur Landschaft und ihrer Eigentümlichkeit
stimmen; er sieht das Haus im Landschaftsbild
, und der Ehrgeiz jedes tüchtigen Architekten
wird es sein, hier ein inneres Gleichgewicht
zu erreichen. Aber es gibt noch
eine intimere Frage: welches Landschaftsbild
dem Bewohner sich auftut, und diese Frage
wird hier bewußt gestellt und geschickt beantwortet
. Man kann fast sagen, eines der
wesentlichen Bauelemente dieses Landhauses
Hahn sei die prachtvolle Silhouette des Schlosses
Königstein, das auf einem benachbarten Hügel
liegt, denn auf diesen Zielpunkt strebt die
Orientierung, wenn sie von der gegebenen
Möglichkeit der Nordsüd-Richtung ein wenig

LANDHAUS HAHN

abbiegt. Wer aus dem Speisezimmer zur Diele
heraustritt, dessen Blick wird von einer Nische
empfangen, deren Fenster gerade auf das Schloß
hinausschaut (Abb. S. 118). Von der Südterrasse
, von der vorgeschobenen Pergola, immer
wieder bietet sich dieser unvergleichliche Anblick
. Jener Winkel der Diele mit seinem
großen Kamin, mit den behaglichen Sesseln,
mit dem Klappschreibtisch, der unter dem
breiten Fenster angebracht wurde, ist ein ungemein
geglücktes Stück für ausruhsames Ge-
nießertum.

Die Inneneinrichtung des Hauses trägt, wie
bei allen Arbeiten dieses Mannes, das Gepräge
einer festen soliden Kraft und Bürgerlichkeit.
Nirgends ein Spiel mit Einfällen, mit kapriziösen
Anmerkungen, mit Materialwitzen, zu
denen die völlige Freiheit den erfinderischen
Architekten leicht verführt; in dieser Erfindung
ist Zucht und Zweck. Man sieht es
schon an den Bildern, daß die Räume durchgedacht
sind, daß der Stolz des Baumeisters
im guten Ausmaß der Verhältnisse steckt
und in der guten gebundenen Form der Einzeldinge
. Daraufhin betrachte man sich vor
allem die Kleinmetallarbeiten, Gitter, Beleuchtungskörper
usw.; es kommt Eberhardt zustatten
, daß er der Vorstand einer (sehr auf-

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