Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 109
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ARCH. HUGO EBERHARDT-OFFENBACH

LANDHAUS HAHN: EINGANGSSEITE

strebenden) Kunstgewerbeschule ist, wo ihn
das Amt schon zur Beschäftigung mit dem
verschiedensten Material bringt. Was er dort
mit seinen jungen Leuten ausführt, ist handwerklich
gediegen im besten Sinne des Wortes.
So konnte, weil es sich um tüchtige Arbeitsleistung
handelt, der Versuch der verschiedenen
Kamine glücken, große geformte Bleche,
die wie Mützen über der Glut hängen, zu
Hitzespeichern und in der hinstreichenden
Luftbewegung zu gleichmäßigen Wärmespendern
zu machen. (Abb. Seite 116).

Als die Umwälzung in der Baugesinnung eintrat
, und jene zahllosen, raschfüßigen Parolen
ausgegeben waren, die dann das Feldgeschrei
der Vorpostengefechte wurden, lief die Formel
um: die Architektur müsse, um zu gesunden,
wiederlernen, von innen nach außen zu
bauen. Gibt es ein einleuchtenderes, sieghafteres
, glatteres Programm? Wir wollen
keinen Augenblick verkennen, welche höchst
lebendige Kraft aus dem trivial gewordenen
Schlager wirkt, der Protest gegen die Fassadenprotzerei
und den unorganischen Unfug
historischer Stilkulissen. Aber der aus den
Bedürfnissen und Verhältnissen entwickelte

Grundriß, das „Innen", garantiert, so gut er
gelungen sein mag, denndochnicht, daß schließlich
ein künstlerisches Bauwerk entsteht. Da
muß sonst noch einiges hinzukommen, vor
allem die gestaltende Phantasie, die über das
Linienwerk der Grundflächenverteilung eine
Hülle von besonderen, eben künstlerischen
Elementen legt. Wo nicht schon im Kopf
des Künstlers, während er die Logik des
„Innen" erwog, eine lockende Anschauung
des „Außen" sich bildete und fertig wurde,
da kommt nicht viel Gescheites heraus.

Wir bieten hier eine sehr große Anzahl
von Abbildungen, die, mit wechselndem Standpunkt
, das Aeußere des Hahnschen Landhauses
geben. Man soll sie der Reihe nach betrachten,
von der Farbenskizze des Entwurfes an bis zu
den Stücken, die nicht nur die Gesamtschau,
sondern Einzelpartien, den Aufgang, die gedeckte
Terrasse usw. zeigen, dann wird man
die Einheitlichkeit des Baues spüren. Es ist
der Typ eines guten Landhauses im waldigen
Mittelgebirge von der Art des Taunus: Das
große Dach, mit roten Biberschwänzen gedeckt
, ist schützend tief herabgezogen, die
verschiedene Höhe der beiden Dächer ist für

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