Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 113
(PDF, 180 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0157
arch. hugo eberhardt-offenbach

landhaus hahn: stall und garage mit gärtner wohnung

eine Belebung der perspektivischen Reize besorgt
. Kräftige Eichenschindeln, das der waldreichen
Gegend gemäße Material, mit Karbo-
lineum gestrichen, überziehen die Wände und
geben der Anlage den bei aller Größe „heimeligen
" Charakter. Die Putzflächen sind grau
gehalten. Für das Mauerwerk wurde der in der
Nähe gebrochene Taunusschiefer verwendet.

Der Bauplatz ist aufs beste gewählt; die
Nordseite lehnt sich an einen kleinen Wald,
das Südgelände fällt leicht ab in leiser Bewegung
und ist vom Architekten als frische Wiesenfläche
erhalten worden, in der nicht zu viele
Bäume stehen. Architektonisch gestaltet aber
ist der Uebergang vom Haus zum Garten
durch zwei vorgeschobene, derbe Pergolen,
die eine Ausweitung der bedeckten Terrasse
bilden, durch kräftige Treppen, die an der Ostseite
zu dem geebneten, in einfacher Grundzeichnung
gehaltenen Blumengarten herabführen
. Diese Pergolen haben eine prachtvolle
Silhouette; sie geben wieder den Blick
auf Schloß Königstein. Wie schön, wenn erst
das Blattwerk vollends um die harten Mauern
wuchern wird.

In die große Anlage mit ihren wuchtenden
Verhältnissen kommt ein Zug von einladender
Liebenswürdigkeit durch die Fülle der Blumen,
die aus den Loggien, von den Fensterbänken
sich herabneigen, in üppiger Fülle die Eingänge
flankieren. Das wird besonders deutlich
, wo die Fensterbank an der Südostecke
am Zimmer der Dame sich um den Winkel
herumlegt. Das ist ein Motiv, das von Eberhardt
schon öfters gebraucht wurde; immer
erfreut es.

Wir besitzen jetzt von Eberhardt eine Reihe
von Landhäusern; mehrere sind hier veröffentlicht
worden. Es ist ihnen gemeinsam
der starke landschaftliche Charakter, die von
keinem papiernen Doktrinarismus beengte,
aus dem Grundgefühl der Massen und Maße
aufsteigende architektonische Empfindung und
Gesinnung. Der Künstler hat das Glück gehabt
, einige Bauherren zu finden, die dieser
seiner Begabung keinerlei Hemmung entgegensetzten
. Nun wird man neugierig sein dürfen,
welchen Charakter das städtische Wohnhaus
erhalten wird, das er kürzlich in Angriff genommen
hat. Theodor Heuss

Dekorative Kunst. XVI. 3. Dezember 1912

113

15


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0157