Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 181
(PDF, 180 MB)
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ff T

J

ARCH. BRUNO PAUL-BERLIN

eines flachen Parterres bildet und dann sehr passend
zentral gestaltet wird, oder ob eine Allee
auf die Vorderseite des in der Tiefe des Gartens
liegenden Hauses zuführt, ob es weiter auf
der Ecke oder Seite des Gartens liegt u. s. f.
Seine Erscheinungsform richtet sich, in all
diesen Fällen verschieden, nach den räumlichen
Vorstellungen, die der Künstler bei
der Tätigkeit des Entwerfens von dem Garten
im Zusammenhang mit dem Hause hat."
Kann es etwas Selbstverständlicheres geben
als diese Ausführung? Und doch scheint sie
notwendig und charakteristisch zugleich für
unsere Zeit zu sein.

Im Grundriß des Hauses liegt, nach dem
Erker der Südseite das Speisezimmer, dahinter
die Diele, während sich nach rechts
Vorraum, Garderobe und Anrichte, nach links
das geräumige Herrenzimmer und das Zimmer
für die Dame angliedern, wobei überall dem
Ausblick in die unvergleichliche Landschaft
Rechnung getragen wurde. Im oberen Stockwerk
liegt das Frühstückszimmer, wieder nach
dem Balkon der Südseite zwischen den einzelnen
Schlafzimmern. Der Grundriß ist von geradezu
klassizistischer Einfachheit und Ueber-
sichtlichkeit und weit entfernt von jener
verworrenen mittelalterlichen Bauweise, die
nirgendwo eine klare Einteilung und vor lauter
Eckchen, Winkeln und Treppen auch keine
Raumwirkung möglich machte.

HAUS H.: RUCKSEITE

Von großer Schönheit und monumental in
der Wirkung ist das Eingangsportal, von einfachen
Pfeilern getragen mit vorgekragtem
Gesims. Der Vorraum zeigt wieder die feine
alte Art des Bodenbelags alter Patrizierhäuser,
dunkle Marmorplatten, die mit weißen Feldern
abwechseln. Die Wände wurden in einfachen
Flächen symmetrisch gegliedert. Dem abgewogen
architektonischen Eindruck zuliebe sind
hier zwei niedere Ruhesofas in antikischem Stile
aufgestellt. Der Vorraum eines pompejanischen
Hauses scheint im modernen Sinne wieder
aufzuleben, als neutrale Vorbereitung auf die
eigentlichen Wohnräume. Auch in der Diele
ist der Raumeindruck als solcher in erster
Linie maßgebend gewesen. Die großen
Treppenanlagen der älteren Bauart, die gewöhnlich
den Charakter dieses Raumes zu
bestimmen pflegen, ihm jedoch meistens den
Charakter eines Treppenhauses geben, sind
hier weggefallen. Unmerklich durch ein Geländer
abgetrennt, das den Raum teilt und
belebt, führen mehrere Stufen nur empor zu
einer, außerhalb der Diele eingebauten Treppe.
So wird ein großer, freier Raum möglich, der
in Verbindung mit dem Speisezimmer sich
bis in den apsisartigen Erkerausbau fortsetzt.
Für die Geselligkeit entsteht so ein geradezu
idealer, großer Festraum, der allen Ansprüchen
genügen dürfte. Daneben können
die anderen Räume ruhig dem Bedarf des

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