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gesehen und dargestellt. Das siebzehnte Jahrhundert
verstärkte diese Beziehungen durch
malerische Hell-Dunkelkontraste. Die Kultur
des achtzehnten hat den innigsten Zusammenhang
und Einklang zwischen Mensch und Umgebung
erreicht. Auch die bürgerliche Kultur
des neunzehnten Jahrhunderts kennt einen feinen
Zusammenhang zwischen dem Menschen,
seiner engeren Umgebung, der Kleidung und
seiner weiteren, der Architektur. Nur die
letzten Jahrzehnte haben über diese Dinge
nicht weiter nachgedacht; sie schienen gleichgültiger
gegenüber den neuen großen Arbeitsgebieten
und ihrer Erledigung. Sicherlich ist
die Architektur die weitere Kleidung des Menschen
. Beide sind für einander geschaffen
und auf einander angewiesen. Es scheint jedoch
nicht ganz richtig, daß die Architektur,
wie Theodor Fischer sagt, niemals Selbstzweck
sein darf, daß sie vielmehr immer im Hintergrunde
bleiben und auf den Menschen wirken
soll. „Wenn man die Wirkungen der meisten
Architekturen vergliche, so würde man zugeben
, daß der Mensch, auch wenn er geputzt
und sehr schön gekleidet gehe, vor der reichen
modernen Architektur nichts sei. Er denke
ARCH. BRUNO PAUL-BERLIN HAUS H.: DAMENZIMMER MIT ALTEN MÖBELN 1
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