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CECILIE
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F HERZOG/N ZU SACHSEN
KRONPRINZESSIN
DES DEUTSCHEN REICHS UND
KRONPRINZESSIN VON PREUSSEN
HEINRICH VOGELER-WORPSWEDE
BESUCHSKARTEN (RADIERUNGEN)
KÜNSTLERISCHE BESUCHSKARTEN UND FAMILIENDRUCKSACHEN
Imjuniheft der,, Dekorativen Kunst" zeigten wir
künstlerische Glückwunschkarten in Buchdruck
und andere Gelegenheits-Drucksachen,
wie sie sich mit den vorhandenen, von Künstlern
entworfenen Zierstücken unserer großen
Schriftgießereien leicht herstellen lassen. Heute
wollen wir auf die technisch viel wertvolleren,
originalgraphischen Blätter hinweisen und zwar
zunächst auf die Besuchskarten.
Es handelt sich also
nicht um die einfachen,
in Typensatz gedruckten
Karten, die zweifellos
in den meisten Fällen
am angemessensten
sind und dabei
durchaus des ästhetischen
Reizes nicht zu
entbehren brauchen,
auch nicht um die geschriebenen
oder gezeichneten
Karten —
von Rudolf Koch
wären da eine ganze
Reihe sehr zweckentsprechender
, oft mehrfarbiger
Karten zu nennen
— sondern um die
radierten Besuchskarten
, wie sie um die
Wende des achtzehnten
Jahrhunderts in so
reicher künstlerischer
Ausgestaltung beliebt
und verbreitet waren.
Um diese schöne alte
Sitte zu neuem Leben
zu wecken, hatte die
Leipziger Akademie für graphische Künste und
Buchgewerbe im Jahre 1908 einen Wettbewerb
veranstaltet, dessen Erfolge zu den besten Hoffnungen
zu berechtigen schienen. Die beiden
ersten Preise für Besuchskarten der Kronprinzessin
Cecilie von Preußen und der Prinzessinjohann
Georg von Sachsen trug der feinsinnige
, weiblichem Empfinden so nahestehende
Worpsweder Maler Heinrich Vogeler davon.
Den Abbildungen auf
Seite 193 haben wir
noch zwei andere Karten
seiner Hand hinzugefügt
. Den dritten
I. Preis in jenem Wettbewerb
erhielt der
Münchner Graphiker
HansVolkert. Seine
Karte für FinyDoetsch-
Benziger(Abb.S. 194)
ist wohl die zarteste
moderne Schöpfung,
die bisher auf diesem
Gebiet entstanden ist.
Auch seine eigene Besuchskarte
ist ein
schätzenswertes, charakteristisches
Zeugnis
seiner Kunst.
So groß auch die
Beteiligung und das
Interesse an jenem
Leipziger Wettbewerb
war, die rechte Nachwirkung
ist doch wider
Erwarten ausgeblieben
. Hatte man sich
davon ein ähnliches
w-
Dekoratiye Kunst. XVI. 4. Januar 1913
193
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