Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 207
(PDF, 180 MB)
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Jene „couloirs", diezwischen
Office, Küche, Schlafzimmern
, Garderoben und Leutezimmern
vermitteln, ohne
Vestibül, Haupttreppe, Vorräume
, Wohnzimmer und
Salons zu schneiden, finde
ich nach dem Grundplan
musterhaft eingefügt. Dies
muß um so mehr hervorgehoben
werden, da unsere Architekten
bisher ganz merkwürdige
Ansichten hierüber
hatten und zugunsten einer
glänzenden Dekoration die
Welt hinter den Kulissen
des Hauses gründlich vernachlässigten
. Treppen, die
breit genug sind, um Koffer,
Wäschekörbe und ähnliches
auf ihnen befördern zu können
, müssen die Stockwerke
in den einzelnen Flügeln
verbinden, denn es macht
einen sehr schlechten Eindruck
, wenn man derartigem
im Vestibül und auf der
Herrschaftstreppe begegnet.
Haiger hat solche Forderung
gut im Auge behalten. —

Das Schloß hebt sich gefällig
aus dem grünen, reich
mit alten Bäumen bestandenen
Park. Leichtes Gitterwerk
, um das Erdgeschoß gezogen
, vermittelt zwischen der hellen Farbe des
Gebäudes und den Anlagen der Umgebung. Eine
weite englische Rasenfläche nimmt geschickt
den Charakter des Eingeschlossenen, den hohe
Bäume in der Ebene einem Haus leicht geben.
Wir verlangen Luft und Licht, die Zimmer
sollen Sonne und möglichst freien Ausblick
haben. Die Gartenfront von Ober-Lubie ist
nach Süden orientiert, Gast- und Schlafzimmer
öffnen ihre Fenster der Morgensonne, die große
Halle ist allerdings nach Norden gerichtet. Das
konnte bei der Anlage des Hauses und der Benutzung
alter Grundmauern nicht geändert werden
. Jedenfalls sind die Räume nach den verschiedenen
Himmelsrichtungen geschickt verteilt.

Die Anfahrt unter dem hohen antikisierenden
Giebelvorbau zeigt schon dem Ankömmling
den streng durchgeführten herrschaftlichen
Charakter des Ganzen. Von weitem gibt dieser
Vorbau dem Schloß einen monumentalen Zug,
der noch erhöht wird durch die hinter ihm
aufstrebende, vasengekrönte Terrasse. Sie gliedert
das Dach ganz prächtig und nimmt dem

ARCH. ERNST HAIGER]

PAVILLON IM PARK

Vorbau das Allzuwichtige, Dominierende, ohne
den Gesamteindruck der vier stattlichen, aber
einfachen Säulen zu stören.

Mit der ganz schmucklos gehaltenen Seitenfront
bin ich sehr einverstanden, sie steht gut
in der Landschaft, wirkt behaglich und rettet
dem Gebäude jenen intimen Reiz, der vielleicht
der einzige Vorteil des alten umgebauten Hauses
gewesen ist. Auch die Rückseite mit dem
kleinen Anbau und dem entzückend komponierten
Dreieck der Luken auf dem Dach
wirkt anheimelnd und läd zur Rast im gemütlich
vornehmen Herrenhaus.

Verläßt man unter den Säulen das Auto, so
öffnet sich ein sehr geräumiges Vestibül mit
grauem Marmorboden und weißen Wänden.
Ueber den Spiegeltüren dienen eingelassene
„Grisailles" als Schmuck. Die vergoldeten Möbel
gehören jenem Stil an, den man gegen
Ende des 18. Jahrhunderts in Italien anwandte,
und der sich ungefähr in den Linien des Louis
Seize-Stiles hielt. Rechts führt eine Tür in

den komfortabel ausgestatteten Garderoberaum,
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