Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 224
(PDF, 180 MB)
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HIMMELFAHRT

KREUZIGUNG

ENTWURF: JOHANN THORN-PRIKKER □ AUSFUHRUNG: GOTTFRIED HEINERSDORFF, BERLIN

und malerisch herausgearbeitet worden sind.
Es war das große Verdienst Melchior Lech-
ters, hier neu und vorbildlich gewirkt zu
haben. Er verband die mittelalterliche Technik
mit neuen Formen, woran vorher niemand
gedacht hatte. Lechter hat etwa zehn
Jahre mit dem Vater des jetzigen Glasmalers
Heinersdorf zusammen gearbeitet, und dieser
künstlerischen Arbeit ist es auch hier wieder
einmal zu danken, daß das Institut neue und
fortschrittliche Wege eingehalten hat. Die Arbeiten
Lechters im Pallenbergsaal des Kölner
Kunstgewerbemuseums und im Landesmuseum
zu Münster sind schon jetzt wertvolle Dokumente
des neuen Werdens. Wie die Technik
Melchior Lechters durchaus seinem künstlerischen
Wollen entspricht, so ist vor allem für
die Weiterentwicklung wichtig, daß die moderne
Glasmalerei nunmehr den verschiedenen
Aufgaben und der Eigenart der einzelnen Künstler
durch verschiedene Technik gerecht wird.
Hier liegt die neue Möglichkeit, von der guten

alten Art, die für bestimmte Zwecke Gutes
geschaffen hat, und von der allzu süßlichen
Münchener Technik loszukommen. Heinersdorf
hat das Verdienst, wirkliche Künstler in seine
Werkstatt zur Zusammenarbeit herangezogen
zu haben, denen er in Material und Technik
gerecht zu werden suchte. So behandelte er
Thorn-Prikker wieder anders als Pechstein und
Vogeler - Worpswede. Durch das Entgegenkommen
der Glashütten war es möglich, nach
den Angaben von Heinersdorf die Gläser
mehr oder weniger stark „bläsein" oder hobeln
zu lassen, wodurch innerhalb desselben Tones
noch starke Kontrastwirkungen des durchfallenden
Lichtes erzielt werden konnten, und
manche Farbtöne, die es bisher im Glase nicht
gab, sind in den Hütten nach vielen Bemühungen
aus dem Glashafen herausgeholt worden. Nach
solcher Vorbereitung begann dann zusammen
mit Thorn-Prikker die Arbeit am ersten großen
Glasfenster der modernen Zeit im Bahnhof zu
Hagen in Westfalen. Innerhalb der Architektur

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