Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 233
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FRIEDRICH ADLER-HAMBURG

Friedrich Adler, ein Württemberger, der in
München sich die Ausbildung zum Kunstgewerbe
holte, ist nach kleineren Etappen
schließlich nach Hamburg an die Kunstgewerbeschule
gelangt, wo er unter dem
Regime des als Schulmann und Taktiker bewährten
Direktor Meyer zu dem kleinen Häuflein
derer gehört, die sich in der Hansastadt
für unsere Idee von dem neuzeitlichen Kunstgewerbe
einsetzen. Dieser Weg von München
nach Hamburg, von dem Zentrum, da Gedanken
und Gesinnung propagiert, da Streiter und
Helfer herangebildet wurden, ist ja symptomatisch
. Heute hat mit der Durchdringung
des ganzen Deutschland, die als eine Tatsache
hinzunehmen ist, der
Ausgleich ja längst
stattgefunden. Hat
man in Hamburg den
Weg, der zu gehen
war, auch vorsichtiger
betreten und sich
vor Uebereilung vielleicht
mehr als nötig
gehütet, so hat man
heute doch erreicht,
daß der größere
.Teil der Bevölkerung
nicht mehr an eine
prinzipielle Opposition
denkt. An
diesem Erfolg haben
wohl alle diejenigen,
die hier die Jahre
über standhaft auf
den Schanzen ausgehalten
haben, Anteil,
und wenn wir augenblicklich
gerade in
Hamburg einen der
Plätze sehen, die sich
von einer gelegentlich
propagiertenVer-
wässerung der Reform
- Bestrebungen
charaktervoll freihalten
, so haben wir
unser Interesse allen
zu widmen, die in
fortgesetzter Kleinarbeit
dafür sorgen,
daß jener Wille nicht
erlahme. Friedrich Friedrich adler

Adler gehört ZU die- Elfenbeinschnitzerei

sen Menschen; seine Arbeiten, von denen hier
Proben geboten werden, zeigen das Bestreben,
dem neuen Kunstgewerbe innerhalb dieser traditionell
gepflegten Bürgerkultur zum Ausdruck
zu verhelfen.

Vor Jahren, als man noch lebhafter um die
einzuschlagende Taktik debattierte, ist die Forderung
ausgesprochen worden, daß neben den
Bahnbrechern und den Propheten, die von
dem starken Ethos ihres Kulturwillens predigten
, eine große Zahl von Männern notwendig
wäre, die diese Anregungen aufzugreifen verständen
, die mit Geschmack und Geschick
den Anforderungen, die die Produktion stellen
werde, Form geben könnten. Es wurde von

der Notwendigkeit
gesprochen, an allen
Orten und in allen
Gewerben fähige Gestalter
zu haben, die
dem modernen Menschen
eine schöne
Befriedigung seiner
Einrichtungsnöte und
Ausstattungswünsche
ermöglichen würden.
Zu diesen Gestaltern,
die so letzten Endes
aus einer heimlichen
Künstler - Sehnsucht
einen Faktor der praktischen
Volkswirtschaft
gemacht haben
, gehört auch

Friedrich Adler.
Wenn er Räume ausstattete
, Metallarbeiten
formte, Textil-
entwürfe zeichnete,
suchte er als Künstler
immer der Sache
eines qualitätvollen
Kunsthandwerks zu
dienen.

Diese aufrichtige
Unterordnung der
Persönlichkeit unter
die Sache ist als Verdienst
hervorzuheben
in einem Augenblick
, da sehr viel
minder gehaltvolle
handspiegi Persönlichkeiten von

von Emil Kellermann Solcher Disziplin

Dekorative Kunst. XVI. 5. Februar 1913

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