Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 238
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FRIEDRICH ADLER-HAMBURG TEE- UND GESELLSCHAFTS RAUM

Ausführung der weiß lackierten Möbel: W. Sievers, der Metallarbeiten: M. Conrad, der Tapezierarbeiten: W. Koops

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entwickelt worden ist. Die Wesenszüge dieser
Ornamentik hier schildern zu wollen, erscheint
überflüssig. Daß sie viel bekämpft und viel
mißverstanden wird, ist bekannt genug. Und
doch ist sie, so stark gelegentlich das Kalligraphische
ihrer Entstehungsweise auch in die
Augen springen mag, reich an Schönheiten.
Sie birgt in sich Persönlichkeitswerte,
die sonst nicht zum Ausdruck gelangen, und
deren Unterdrückung gerade die deutsche Seele
auf die Dauer nie geduldet hat.

Daß Adler bei dieser Ornamentgestaltung
sich verwandtschaftlich berührt mit denen, die
in Hamburg, Stuttgart oder Wien auf das gleiche
Ziel losarbeiten, spricht gewiß nicht zu seinen
Ungunsten. Denn wesensstark über den puren

Artismus hinaus kann nur eine solche Ornamentik
sein, in der neben der Hand des Gestalters
auch das allgemeine Zeitempfinden
zu verspüren ist. Und das wird eine allzugroße
Absonderung des einzelnen immer verbieten
. Wohlverstanden, es kann bei der Adler-
schen Ornamentik nicht von Abhängigkeiten
und Beeinflussungen die Rede sein, es ist nur
der innere Gleichklang, der ihn mit den auf
gleicher Basis stehenden modernen Geistern
verbündet.

Die Knüpfteppiche und Leinenstoffe zeigen
ihn bei der Bewältigung der Fläche; aus den
Silberarbeiten, geschnitzten Türfüllungen usw.
wäre zu ersehen, wie er es versteht, sich auch
über die Fläche zu erheben. Man findet, wie er

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