Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 243
(PDF, 180 MB)
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!

in einen Reichtum von
Einfällen Rhythmus
zu bringen versteht.
Diese Dinge — man
betrachte den großen
Knüpfteppich (Abb.
S. 241) — sind nirgends
leer. Es steckt
hinter ihnen, was man
eigentlich gar nicht
vermutet hätte, ein
Mensch mit tieferem
Innenleben,einer,der
nur durch die Form zu
sagen vermag, was in
ihm vorgeht. Gegen
diesen Teppich werden
auch gewiß diejenigen
, die sich mit
neuartigenOrnament-
versuchen nicht anfreunden
können,
nichts einzuwenden
haben. Es steckt darin
doch mehr als ein blendender Augenreiz, der
bestechen oder abstoßen kann.

Wie weit Adler diese Fähigkeiten auf andere
zu übertragen
vermag, zeigt am
feinsten wohl die
Elfenbeinlampe,
die auf den Seiten
245 bis 247
als ein Ergebnis
der von ihm in
der Nürnberger
Landesge-
werb e an stalt
abgehaltenen
Meisterkurse
abgebildet ist.
DerMeister Kellermann
, der
vordem die landesüblichen
Elfenbeinschnitze
reien
gefertigt
haben soll, hat da
in den wenigen
Wochen, die für
diese Kurse zur
Verfügung stehen
, eine Leistung
vollbracht,
dieaufseine weitere
Entwicklung
geradezu neugierig
macht. Diese

FRIEDR. ADLER B THORASCHILD, SILBER MIT AMETHYSTEN

FRIEDRICH ADLER
□ AUSFÜHRUNG:

Boudoirlampe, dieses
zarte Spiel aus Elfenbein
,Silberund Ebenholz
, ist voller Grazie.
Das spricht von einer
entzückenden Phantasie
, und mehr noch,
alle diese Einfälle haben
unter den Händen
eines trefflichen
Handwerkers gute,
im besten Sinne mon-
daine Form erhalten.
Das Stück zeugt für
beide: für den Schüler
wie für denLehrer.

In das Kapitel von
der religiösen Kunst
gehören die Versuche
, eine Reihe jüdischer
Kultgeräte zu
schaffen. Die Anregung
dürfte wie bei
den Vorschlägen zur
geschmacklichen Veredelung der Sportpreise
und Ehrengeschenke von der Firma, der Silberwarenfabrik
Peter Bruckmann & Söhne in

Heilbronn, ausgegangen
sein.
Solche Anregungen
sollten schon
aus dem Grunde
bei allen Kunstfreunden
Beachtung
finden, weil
sie ein Bedürfnis
wecken wollen
, wo noch
eine unkünstlerische
Konvention
herrscht. Der
Zustand ist hier
nicht anders als
bei den Kultgeräten
der anderen
Konfessionen
, wo gerade
die Schichten,
die sich am lebhaftesten
für diese
Objekte interessieren
, auch
am meisten in
dem Herkömmlichen
befangen
sind. Es wäre
schade, wenn die
Firma nicht die

□ H THORAKRONE, SILBER MIT AMETHYSTEN
PETER BRUCKMANN & SOHNE, HEILBRONN □

243

.11*


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